Zehn Jahre nach großer Fluchtbewegung: Asylsituation im Landkreis Kulmbach

28. August 2025 , 19:06 Uhr

Vor Zehn Jahren hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die sogenannte Dublin-Verordnung für Geflüchtete aus Syrien ausgesetzt. Kurz danach sagte die damalige Kanzlerin Angela Merkel den mittlerweile berühmten Satz „Wir schaffen das!“. Seitdem sind Millionen Menschen aus verschiedenen Ländern nach Deutschland gekommen, die die Kommunen aufgenommen haben. Im Landkreis Kulmbach sei der Zustrom von Asylbewerbern zuletzt zurückgegangen, heißt es aus dem Kulmbacher Landratsamt auf Nachfrage. Das habe vermutlich mit den jüngsten Maßnahmen des Innenministeriums, wie beispielsweise verstärkten Grenzkontrollen, zu tun. Dennoch sei die Herausforderung für die Kommunen weiter hoch, heißt es weiter. Denn die Geflüchteten wurden bisher und sollen auch weiterhin in dezentralen Unterkünften untergebracht werden. So würde man Ghettobildung verhindern, Schulen und Gemeinden entlasten und die Geflüchteten gleichmäßig verteilen.

Neben der Unterbringung ist auch die Integration eine wichtige Aufgabe der Kommunen. Die verlaufe im Landkreis Kulmbach weitgehend reibungslos, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Dank der 21 Integrationsbegleiter können die Geflüchteten oft in ihrer Muttersprache betreut werden. Dadurch lasse sich frühzeitig erkennen, welche Herausforderungen bestehen und wo gezielte Unterstützung nötig ist, heißt es. Die Integrationsbegleiter helfen den Ankömmlingen kulturelle Unterschiede zu verstehen und zu akzeptieren und helfen ihnen im Alltag. Dazu hätten sich seit 2015 in den Gemeinden immer wieder Helferkreise gebildet, die die Geflüchteten vor Ort unterstützt haben.

Außerdem gebe es am Landratsamt Kulmbach seit letztem Jahr eine Joblotsenstellen, die Geflüchtete und Betriebe untereinander vermittelt. So konnten knapp 80 Asylsuchende in Arbeit gebracht werden. Rund 30 weitere Arbeitssuchende stünden zur Vermittlung bereit.

Aktuell sind insgesamt fast 880 Menschen in dezentralen Unterkünften, in vier Gemeinschaftsunterkünften und in den Übergangswohnheimen der Regierung von Oberfranken im Landkreis untergebracht.

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