Der zweite Verhandlungstag ist gelaufen, morgen sagt der Kronzeuge aus und der stammt aus Oberfranken. Im Wirecard-Prozess spielt ein Ex-Banker aus Hof und Helmbrechts eine gewichtige Rolle.
Vier Männer sind angeklagt, einer ist flüchtig. Wirecard-Boss Braun – der Hauptangeklagte – lässt erklären, er sei Opfer, nicht Täter. Eine konzerninterne Bande habe auch ihn betrogen.
Der Kronzeuge, Oliver Bellenhaus, ist der, auf den sich die Staatsanwaltschaft stützt. Morgen will er im größten Betrugsskandal der Bundesrepublik auspacken. Es geht um 1,9 Milliarden Euro, die veruntreut worden oder pure Erfindung sein sollen, und 3,2 Milliarden Euro Gläubigergeld, das weg ist. Die Anklage lautet auf bandenmäßigen Betrug.
Geboren ist Kronzeuge Bellenhaus in Helmbrechts, berichten Medien. Gelernt hat er bei einer Bank in Hof. Einigen Zeitungen haben Ex-Kollegen erzählt, wie selbstbewusst und karriereorientiert er gewesen sei, schon als Lehrling mit Mercedes und Designer-Anzügen. Bei Wirecard war Bellenhaus der Chef für das Asiengeschäft. Er soll eine komplexe Tarnung aus Scheinfirmen und Umsätzen gestrickt haben, Umsätze und Gewinne, die nur auf dem Papier existierten. Er sagt, auf Anweisung des Chefs. Der Wirecard-Prozess soll bis ins übernächste Jahr dauern.