Aus dem Klinikum Bayreuth könnte eine richtige Universitätsklinik werden! Das ist die Wunschlösung der Verantwortlichen. Denn Stadt und Landkreis können die enormen Kosten für das Krankenhaus auf Dauer nicht mehr stemmen. Eine Übernahme durch den Freistaat Bayern könnte gleich mehrere Probleme lösen.
Das Klinikum Bayreuth steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Dazu kommt ein riesiges Bauprojekt: Ab 2027 soll das Krankenhaus Stück für Stück neu gebaut werden. Bis zur Fertigstellung um das Jahr 2040 könnten die Kosten auf rund eine Milliarde Euro steigen.
Für Stadt und Landkreis ist das auf Dauer nicht mehr bezahlbar. Deshalb suchen die Verantwortlichen dringend nach einer Lösung.
Würde der Freistaat Bayern das Klinikum übernehmen, bliebe das Krankenhaus in öffentlicher Hand. Gleichzeitig könnten Stadt und Landkreis finanziell deutlich entlastet werden. Auch Forschung, medizinische Versorgung und die Ausbildung neuer Ärzte könnten davon profitieren.
Klinikum-Geschäftsführer Dietmar Pawlik sieht darin auch für Bayern eine große Chance:
„Würde ich in der Position des Freistaats jemals so günstig wie hier den Einstieg in ein Universitätsklinikum erreichen können? Das werden sie ansonsten nirgendwo mehr schaffen.“
Ein weiterer Vorteil: Mit dem Medizincampus Oberfranken gibt es in Bayreuth bereits die passenden Strukturen. Medizinstudierende absolvieren hier schon jetzt Teile ihrer Ausbildung. Der Freistaat müsste also nicht bei null anfangen.
Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Florian Wiedemann sieht noch ein weiteres Argument für Bayreuth:
„Denn man muss wissen, der Regierungsbezirk Oberfranken ist einer von zwei Regierungsbezirken in Bayern, der kein Universitätsklinikum hat. Also diesen Schritt müssen wir unbedingt versuchen.“
Ob der Freistaat das Klinikum tatsächlich übernimmt, ist noch völlig offen. Konkrete Gespräche laufen bislang nicht. Die Verantwortlichen haben aber bereits Abgeordnete, Staatsminister und weitere politische Entscheidungsträger kontaktiert und um Unterstützung geworben.
Noch in diesem Jahr sollen erste Gespräche starten. Innerhalb von sechs Monaten soll eine Lösung her.
Sollte es mit der Universitätsklinik nicht klappen, bleibt eine zweite Möglichkeit: Ein privater Investor könnte beim Klinikum einsteigen. Das würde die Kommunen ebenfalls finanziell entlasten, wirft aber Fragen zu Arbeitsplätzen, Mitspracherecht und medizinischer Versorgung auf.
Die Universitätsklinik bleibt deshalb die bevorzugte Lösung der Verantwortlichen. Ob Bayern mitspielt und wer dann die milliardenschweren Baukosten trägt, ist allerdings noch offen.