In Bamberg sorgt die Korrektur der Sitzverteilung im Stadtrat weiter für Diskussionen. Die SPD hat jetzt offiziell Beschwerde bei der Regierung von Oberfranken eingelegt und übt deutliche Kritik an der Auszählung.
Hintergrund sind 61 umstrittene Stimmzettel. Nach einer Neubewertung hatte der Bamberger Bürgerblock einen Sitz mehr bekommen, die SPD einen verloren. Die SPD spricht nach Einsicht in die Unterlagen gegenüber dem Fränkischen Tag von teils „seltsamen Bewertungen“ und fordert eine erneute Prüfung.
SPD-Fraktionschef Olaf Seifert nennt die Auszählung „dilettantisch und unprofessionell“. Die Stadt will künftig unter anderem Schulungen verbessern und digitale Hilfsmittel prüfen.
Jonas Glüsenkamp von Grünes Bamberg ergänzt in einem Facebook-Posting: „Es ist seit 20 Jahren versäumt worden, die Wahl zu digitalisieren. Parallel dazu wird das Wählerverhalten individueller und fehleranfälliger. Mit dem Ausscheiden der Baby-Boomer gibt es einen Wechsel bei den Wahlvorständen, die Bereitschaft zum Ehrenamt nimmt ab. Am Ende sind es also ‚Fehler mit Ansage‘. Das Endergebnis durch den Wahlausschuss ist demokratisch beschlossen – die Verantwortung liegt bei der Verwaltungsspitze. Wir brauchen auch bei der nächsten Wahl wieder motivierte Helferinnen und Helfer.“
Jetzt entscheidet die Regierung von Oberfranken, ob die Sitzverteilung erneut geändert wird.