Wie geht es weiter bei Brose Bamberg?

10. Januar 2023 , 11:17 Uhr

Ansprache von Michael Stoschek, Verwaltungsratsvorsitzender der Brose Unternehmensgruppe und AR-Vorsitzender der Bamberger Basketball GmbH (Quelle: Brose Bamberg):

“Wie bereits seit über einem Jahr bekanntgegeben, wird die Brose Gruppe nach rund 10 Jahren ihre Alleingesellschafterrolle an der Bamberger Basketball GmbH aufgeben. Das bedeutet konkret, dass zum Ende dieser Saison neue Gesellschafter unsere Anteile übernehmen müssen, um die Gesellschaft fortzuführen.

Die Satzung der Brose Gruppe lässt das Führen einer Sportgesellschaft nicht zu und der Name des Teams ‘Brose Bamberg’ muss geändert werden. Er sorgt für Verwirrung: Brose Bamberg ist der Name eines bedeutenden Standorts unseres Autozuliefererunternehmens.

Unser Verzicht auf das Namensrecht des Teams eröffnet der Gesellschaft die Chance, einen neuen Teamsponsor mit entsprechenden Leistungen zu gewinnen. Bis ein solcher gefunden ist, könnte die Mannschaft – vergleichbar mit Würzburg – Bamberg Baskets – heißen, so mein Vorschlag.

Obwohl das Unternehmen Brose und seine Gesellschafter in den letzten Jahren rund 85 Mio. Euro in den Bamberger Basketball investiert haben, und die Gesellschaft wirtschaftlich, und seit kurzem auch sportlich, gut dasteht (der klare Sieg gegen den Tabellen Vierten Oldenburg am vergangenen Samstag war kein Zufall), sind wir bereit, sämtliche Anteile an der Bamberger Basketball GmbH für den symbolischen Preis von 1 Euro am Saisonende abzugeben – wie ich meine, eine sehr großzügige Geste. In Verbindung mit der Abgabe der Gesellschafteranteile scheiden mein Sohn und ich auch aus dem Aufsichtsrat aus.

Allerdings drängt die Zeit: Neben drei vorhandenen Interessenten suchen wir innerhalb der nächsten 4 Wochen weitere begeisterte und potente Adressaten, die den Basketball in Bamberg in die Zukunft führen wollen. Deshalb auch dieser öffentliche Aufruf.

Weitere gute Nachricht: Wenn die Fortführung der Basketballgesellschaft mit neuen Gesellschaftern zum Saisonende gelingt, steht Brose auch für die nächsten Jahre als Hauptsponsor zur Verfügung.

Neben den erwähnten materiellen Werten hat der Bamberger Basketball besondere immaterielle Werte aufzuweisen. Das sind neben den sportlichen Erfolgen der Vergangenheit (immerhin 9 x Deutscher Meister und 6 x Pokalsieger, das letzte Mal 2019) vor allem unsere unglaublichen Fans, die nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Zeiten so großartig unsere Spieler unterstützt haben. Die Aktion des Südblocks am Samstag war ein Beispiel.

Der Begriff ‘Freak City’ sollte allerdings nicht nur für unsere Fans, sondern für die gesamte Bamberger Gesellschaft gelten.

Hier erwarte ich mir in Zukunft ein deutlich größeres Engagement von der Bamberger Wirtschaft, vom Bamberger Stadtrat und von der Bamberger Stadtverwaltung. Es kann doch nicht sein, dass unser oberfränkischer Liga-Kollege in Bayreuth eine stärkere regionale wirtschaftliche und öffentliche Unterstützung erhält als der Bamberger Basketball.

Insofern sehe ich auch hier die Chance für einen Neuanfang.”

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