Auch in der Neuauflage des Prozesses um das Verschwinden einer Prostituierten in Oberfranken hat der Angeklagte geschwiegen. Den heute 75 Jahre alten Mann hatte bereits vor einem Jahr das Landgericht Bamberg wegen Totschlags an der Frau verurteilt, doch der Bundesgerichtshof hat das Urteil aufgehoben. Nun ist eine andere Strafkammer des Landgerichts am Zug – und auch nach dem ersten Prozesstag bleibt der Fall mysteriös, denn es fehlt bis heute eine Leiche. Die Staatsanwaltschaft ist dennoch überzeugt davon, dass der Angeklagte die damals 33 Jahre alte Frau im Sommer 2024 ermordet hat. Gerichtssprecher Kaspar Hansen:
Im Laufe der jetzt begonnenen Hauptverhandlung, immerhin sind derzeit 36 Hauptverhandlungstage geplant, wird die Kammer eigenständig entscheiden müssen, welche Beweise konkret erhoben werden und ob darüber hinaus tatsächlich noch Beweise, auch seitens der Verteidiger, hinzukommen, neu. Aber zum jetzigen Stand ist das Beweisprogramm identisch.“
Der Mann soll an eine gemeinsame Zukunft in Bulgarien geglaubt und seinen Grundbesitz in Bammersdorf im Landkreis Forchheim deshalb weitgehend verkauft haben. Doch dann soll die Prostituierte ihm gesagt haben, dass sie alleine nach Bulgarien will. Daraufhin habe er geplant, die Frau zu töten und die Leiche verschwinden lassen, heißt es in der Anklage.