In Vilseck sorgt die mögliche Ankündigung von US-Präsident Donald Trump weiter für große Unruhe. Trump hatte erklärt, Tausende amerikanische Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen. Besonders betroffen sein könnte die Oberpfälzer Kleinstadt Vilseck. Dort sind rund 5.000 US-Soldaten stationiert, mit ihren Familien leben insgesamt etwa 12.000 Amerikaner in der Gemeinde – bei gerade einmal 6.500 Einheimischen.
Für den neuen Bürgermeister Thorsten Grädler hätte der Start ins Amt kaum schwieriger laufen können. Erst seit dem 4. Mai ist er im Amt – genau an dem Tag kamen auch die Diskussionen um einen möglichen Truppenabzug auf. Trotzdem sieht er gute Gründe für eine Kehrtwende auf US-Seite:
Einerseits ist der Truppenübungsplatz Grafenwöhr der größte Truppenübungsplatz der USA außerhalb der USA. Er ist aber zugleich auch einer der modernsten Truppenübungsplätze. Und es wird nach wie vor massiv investiert. Und Präsident Trump ist ja auch ein guter Geschäftsmann. Wenn er vielleicht sich auch mal die Situation betrachtet, von einem Standort abzuziehen, in dem gut investiert wird, vielleicht überlegt er sich seine Meinung nochmal. Und mich würde es freuen, wenn das zweite Regiment bei uns hierbleiben würde.
Die US-Armee prägt die Region seit Jahrzehnten wirtschaftlich und gesellschaftlich. Viele Hotels, Geschäfte und Autohändler leben von den Soldatinnen und Soldaten. Allein die Wirtschaftskraft der US-Armee in der Oberpfalz wird auf bis zu 700 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.
jt