Das neue Jahr begann für den Tierschutzverein Bamberg unter schlechten Vorzeichen: Weil Stadt und Verein keinen neuen Vertrag abschließen konnten, stand die finanzielle Stabilität des Tierheims „Berganza“ auf der Kippe. Die Vorsitzende Nicole Vita reagierte mit einem ungewöhnlichen Schritt – kurzfristig wurden keine Fundtiere aufgenommen. Die Aktion blieb in Bamberg nicht unbemerkt und brachte Unterstützung von Politikern.
Jetzt, rund ein Vierteljahr später, zeigt sich Vita zufrieden: „Wir haben mit der Stadt einen guten neuen Vertrag abschließen können“, so die Vorsitzende. Darüber berichtet der „Fränkische Tag“. Die Stadt spricht von „konstruktiven Gesprächen“, die Zustimmung des Stadtrats steht allerdings noch aus und wird voraussichtlich am 25. März fallen.
Laut Verein überweist die Stadt für 2026 und 2027 eine Pauschale von 80 Cent pro Einwohner, 2028 sollen es 85 Cent sein. Auf Basis der rund 77.000 Bamberger Einwohner kann der Verein damit knapp 60.000 Euro für das laufende Jahr kalkulieren – genug, um den Betrieb des Tierheims zu sichern.
Hintergrund der Verhandlungen waren steigende Kosten für Personal, Energie, Futter und Tierarztleistungen. Vita erklärt, dass der Verein allein für 2025 fast 600.000 Euro Betriebskosten hatte, die städtische Pauschale bisher nur einen Bruchteil abdeckte. Mit der neuen Vereinbarung sei der Betrieb nun abgesichert.
Das Modell der Pauschale berücksichtigt nicht nur Fundtiere, sondern deckt auch die Kosten für Verwahrtiere ab – also Tiere, die vorübergehend ins Heim müssen, etwa wegen Krankheit der Halter oder Beschlagnahmung durch Behörden. Der Hauptteil der Kostensteigerung wird über die Deckungsreserve abgefedert, so Stadtsprecher Michael Memmel.