Wie ist es dazu gekommen, dass wir heute in einer Demokratie leben? Daran erinnert der „Tag der Demokratiegeschichte“, den Deutschland heute zum ersten Mal begeht. Dazu gibt es auch einige Veranstaltungen in der Region. In Hof gibt es heute einen Vortrag über Johann Georg August Wirth. Der Hofer hat sich unter anderem für die Pressefreiheit eingesetzt. Beginn ist um 19 Uhr im Rathaus.
Plauen widmet sich heute und in den kommenden Tagen vor allem dem Thema Deutsche Einheit und Wendezeit. Dazu gibt es verschiedene Lesungen. Am Freitag weiht die Stadt außerdem einen „Digitalen Erinnerungsort“ am Thomas-Küttler-Platz ein.
Tag der Demokratiegeschichte in Hof:
Um eine Anmeldung bei Armin Hohmann wird gebeten.
Tel.: 09281/ 815-1116
E-Mail: armin.hohmann@stadt-hof.de
Tag der Demokratiegeschichte in Plauen:
Am 18. März um 14 Uhr findet für Kinder im Rathaus im Zimmer 345 sowie am 19. März um 15 Uhr im Quartier 30 (Bahnhofstraße 30) eine Lesung von Hanna Schott statt. Gelesen wird das Buch „Fritzi war dabei. Eine Wendewundergeschichte“, das die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer nach Leipzig in das Jahr 1989 entführt. Hanna Schott erzählt von einem Kind, das die Umwälzungen des Jahres 1989 in Leipzig hautnah miterlebt. Gemeinsam verfolgen die Kinder eine authentische und spannende Geschichte, wie sie während der Friedlichen Revolution passiert ist. Das Buch ist die Vorlage mehrerer Filme, darunter die Emmy-prämierte Doku-Serie „Auf Fritzis Spuren – Wie war das so in der DDR?“. Die Lesung ist geeignet für Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren.
Um die Ereignisse vom 7. Oktober 1989 und die Bedeutung dieser für Deutschland nachhaltiger, aber auch zukunftsorientierter den Bürgerinnen und Bürgern zu präsentieren, hatten diese die Idee, den Gedenkort digital aufwerten zu lassen.
Dank der Unterstützung durch die Stiftung Orte der Demokratiegeschichte konnte diese Idee durch die Stadt Plauen umgesetzt werden.
Am 20. März findet um 16.30 Uhr am Thomas-Küttler-Platz im festlichen Rahmen mit Musik und Gästen die Einweihung des „Digitalen Erinnerungsortes“ statt. Plauen erhält damit einen modernen interaktiven Erinnerungs- und Begegnungsort für seine Einwohner und Gäste. Damit wird dieser wichtige Teil der deutschen Demokratiegeschichte erlebbar.
Denn: Am 7. Oktober 1989 gingen über 15.000 Menschen in Plauen auf die Straße, um gegen das damals herrschende Regime in der damaligen DDR zu protestieren. Dies war der Auftakt zur Friedlichen Revolution in Ostdeutschland.
Die Stadt Plauen hat zum Gedenken an diesen historischen Tag am Ort des Geschehens einen zentralen Gedenkort geschaffen – den Thomas-Küttler-Platz.
Mehrere Gedenktafeln sowie das im Oktober 2010 errichtete Denkmal zur Friedlichen Revolution direkt im Stadtzentrum erinnern an den Mut der Plauener Bevölkerung. Nun folgt eine digitale Informationsstele, die die Ereignisse anschaulich vermittelt.
Am 20. März liest Frank Heidan aus dem Buch „Verzweiflung und Aufbruch – Erinnerungen an den Herbst 1989 in Plauen“ von Frieder Seidel (Herausgeber). Los geht es um 18.30 Uhr im Quartier 30 in der Bahnhofstraße.
Zeitzeugen berichten in dem Buch von der ersten Demonstration in der DDR, die bereits am 7. Oktober 1989 in Plauen stattfand. Ohne „Blaupause“, völlig unberechenbar für Superintendent Thomas Küttler und die anderen Akteure, ließen sich die Vogtländer auf die Auseinandersetzung mit der Staatsmacht ein. In Würdigung des Engagements wird hier Thomas Küttler (1937 – 2019) skizziert. Er spielte am 7. Oktober 1989 eine entscheidende Rolle, indem er zwischen den Demonstranten und den Staatsorganen vermittelte. Lebende Akteure neben ihm tragen dazu bei, dass die Geschehnisse nicht in Vergessenheit geraten.