Streit um „Rente mit 63“: Silberhorn und Schwarz mit ihren Einschätzungen

06. August 2026 , 13:52 Uhr

Im Zentrum der aktuellen Renten- und Reformdiskussion in Deutschland steht vor allem der heftige Streit um die Abschaffung oder Änderung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren, die sogenannte „Rente mit 63“. Während Wirtschaftsverbände und Teile der Bundespolitik eine Reform zur Demografiefestigkeit einfordern, kritisieren Ministerpräsidenten und Gewerkschaften den Kurs als unsozial oder regional unausgewogen. Der Bamberger CSU-Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn sagt:

„Die abschlagsfreie Rente mit 63 hat die Erwartungen nicht erfüllt. Sie ist nicht nur teuer, sondern vor allem ungerecht. Etwa 30 Prozent aller Rentenzugänge profitieren davon. Das sind aber vor allem Besserverdienende, Männer und Gesunde.“

Seine Forderung:

„Deswegen soll es eine vorzeitige Rente für langjährig Versicherte künftig zwar weitergeben, abschlagsfrei aber nur in Härtefällen, ansonsten mit Abschlägen für die längere Rentenbezugsdauer. Und ja, es muss eine Übergangszeit geben, damit der Vertrauensschutz gewährleistet werden kann.“

Sieben der 16 Ministerpräsidenten sind dagegen, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren mit 63 abzuschaffen. Unionsfraktionschef Thorsten Frei sieht für die Frührente aber keinen Spielraum – die Kosten seien einfach zu hoch. Der Bamberg/Forchheimer SPD Bundestagsabgeordnete Andreas Schwarz sagt, es sei völlig natürlich, dass über die Vorschläge der Expertenkommission diskutiert werden. Aber: Gesetzte würden letztendlich vom Parlament gemacht:

„Das parlamentarische Verfahren, das jetzt aber erst anläuft, muss entscheiden, welche Anpassungen an diese Vorschläge gemacht werden. Das heißt, was wird wie vielleicht noch verändert oder vielleicht arbeitet man an der einen oder anderen Stelle mit längeren Übergangsfristen. Und es gilt auch hier das Strucksche-Gesetz: nichts verlässt das Parlament so, wie es am Anfang reingekommen ist.“

Insofern sei er optimistisch, dass man eine zufriedenstellende Lösung hinbekomme, so Schwarz abschließend.

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