Stadtratswahl Bamberg 2026: Sitzverteilung wird korrigiert

26. März 2026 , 10:53 Uhr

Der Wahlausschuss der Stadt Bamberg hat in seinen Sitzungen am gestern und heute das endgültige Ergebnis der Stadtratswahl vom 8. März 2026 festgestellt. Im Zuge der abschließenden Prüfung und Revision der Wahlergebnisse wurde eine Korrektur der Sitzverteilung erforderlich: Der Bamberger Bürgerblock erhält einen Sitz mehr, die SPD einen Sitz weniger.

Das bedeutet, dass der Bamberger Bürgerblock nun mit zwei Stadträten vertreten ist, während die SPD sieben Sitze erhält. Damit wird Philipp Dechant (SPD), der durch die Wahl von Sebastian Martins Niedermaier zum Oberbürgermeister noch in das Gremium nachgerückt ist, nun doch kein Stadtrat, während Hans-Jürgen Eichfelder (Bamberger Bürgerblock) nun den Einzug in den Stadtrat schafft. Diese Anpassung erfolgt auf Grundlage des vom Wahlausschuss beschlossenen endgültigen Wahlergebnisses. Der Ausschuss hat die Beschlüsse der Wahlvorstände in den 86 Wahlbezirken der Stadt überprüft und wahlrechtlich erforderliche Korrekturen vorgenommen, die für die Ermittlung des endgültigen Stadtratswahlergebnisses berücksichtigt werden müssen.

„Auch wenn es sich um einen mit rund 700 zu insgesamt 1,44 Millionen Stimmen tatsächlich sehr kleinen Stimmenanteil handelt, hat dies bei dieser Wahl aufgrund des gesetzlich vorgegebenen Verhältniswahlrechts unmittelbare Auswirkungen auf die Sitzverteilung“, erklärt Wahlleiter Christian Hinterstein. „Die jetzt vorgenommene Korrektur ist das Ergebnis eines sorgfältigen und rechtlich gebotenen Prüfverfahrens.“

Insgesamt wurden im Rahmen der Wahlausschuss-Sitzungen 61 Einzelfallentscheidungen überprüft und beschlossen. Dabei ging es insbesondere um die korrekte Bewertung von Stimmzetteln. In der Prüfung wurde in diesen Einzelfällen festgestellt, dass Korrekturen an den durch die Wahlvorstände getroffenen Beschlüssen über ungültige oder gültig vergebene Stimmen erforderlich sind. Diese Korrekturen sind ausschließlich dem Wahlausschuss vorbehalten. Diese wurden in den öffentlichen Sitzungen jetzt vorgenommen.

„Das bayerische Kommunalwahlrecht gibt den Wählerinnen und Wählern bewusst große Freiheit bei der Stimmvergabe. Diese Vielfalt macht die Auszählung jedoch auch besonders anspruchsvoll“, sagt Hinterstein. „Unser Ziel ist es, trotz dieser Komplexität ein rechtssicheres und korrektes Ergebnis zu gewährleisten – auch wenn dies nachträgliche Korrekturen notwendig macht.“

Die Stadt Bamberg setzt seit vielen Jahren auf ein zweistufiges Prüfverfahren, bei dem die Ergebnisse aus den Wahllokalen zunächst kontrolliert und anschließend nochmals im Rahmen einer Revision überprüft werden. Dieses Verfahren dient dazu, mögliche Rechen- oder Bewertungsfehler zu erkennen und zu korrigieren.

„Kommunalwahlen sind organisatorisch und personell eine riesige Herausforderung“, betont Hinterstein. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns die Zeit für eine gründliche Prüfung nehmen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass am Ende ein korrekt ermitteltes Ergebnis steht, auch wenn dieser Prozess etwas länger dauert.“

Für zukünftige Wahlen plant die Stadt Bamberg, die Schulung der Wahlvorstände weiter zu intensivieren und den Einsatz elektronischer Auszählhilfen zu prüfen, um Fehlerquellen weiter zu minimieren und die Abläufe zu optimieren.

Neben der Stadtratswahl wurde auch das Ergebnis der Oberbürgermeister-Stichwahl vom 22. März 2026 formal festgestellt. Diese verlief ohne Beanstandungen. „Die Wahlleitung der Stadt Bamberg bedankt sich ausdrücklich bei den rund 800 ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern sowie den rund 200 hauptamtlich in der Wahl tätigen Kräften für ihren engagierten Einsatz“, sagt Hinterstein abschließend.

Hier die Übersicht über alle gewählten 44 Stadträte auf Grundlage des amtlichen Endergebnisses nach der Feststellung des Wahlausschusses:

-CSU (10 Sitze): Melanie Huml, Anne Rudel, Anna Niedermaier, Dr. Christian Lange, Michael Kalb, Peter Neller, Stephan Mühlich, Stefan Kuhn, Prof. Dr. Gerhard Seitz, Matthias Graßmann

-Grüne (10 Sitze): Jonas Glüsenkamp, Leonie Pfadenhauer, Ulrike Sänger, Christian Hader, Dr. Vera Mamerow, Rebecca Haas, Anna Friedrich, Hayati Yilmaz, Elias Leikeb, Wolfgang Grader

-SPD (7 Sitze): Wolfgang Metzner, Eva Jutzler, Ingeborg Eichhorn, Olaf Seifert, Dr. Marco Depietri, Heinz Kuntke, Peter Süß (durch die Wahl von Sebastian Martins Niedermaier zum Oberbürgermeister kommt Peter Süß als erster Nachrücker in den Stadtrat)

-AfD (4 Sitze): Armin Köhler, Jan Schiffers, Tina Pfaffenberger, Manfred Köhler

-Die Linke (3 Sitze): Hilal Tavsancioglu, Stephan Kettner, Vitus Mayr

-Zwiebel (2 Sitze): Michael Schmitt, Katharina Breinbauer

-BBB (2 Sitze): Norbert Tscherner, Hans-Jürgen Eichfelder

-Freie Wähler (1 Sitz): Claudia John

-Volt (1 Sitz): Dr. Hans-Günter Brünker

-FDP (1 Sitz): Ralf Stöcklein

-BM (1 Sitz): Jürgen Weichlein

-BuB (1 Sitz): Karin Einwag

-ÖDP (1 Sitz): Lucas Büchner

 

Die endgültigen Ergebnisse der Kommunalwahlen können unter www.stadt.bamberg.de/wahlen  abgerufen werden.

Das könnte Dich auch interessieren

26.03.2026 Bauarbeiten an Grundschule Küps schreiten voran Die Bauarbeiten an der Grundschule in Küps schreiten voran. Rund um den Neubau gehen die Arbeiten an den Außenanlagen in den Endspurt. Das teilt der Markt online mit. Die Pflaster- und Erdarbeiten sind weitgehend erledigt, aktuell entstehen noch Parkplätze – in wenigen Wochen soll alles fertig sein. Parallel dazu hat die Sanierung des alten Schulgebäudes 26.03.2026 Diebstahl aus Bamberger Kirche Aus der Stephans-Kirche in Bamberg wurde zwischen Sonntag, 12.00 Uhr und Montag, 09.00 Uhr, ein dort ausgestelltes Buch gestohlen. Es trägt den Titel „Die Bamberger Apokalypse – Visionen vom Ende der Zeit“. Das Buch war zwar mit einem Gliederschloss gegen Diebstahl gesichert, schreibt die Polizei, der unbekannte Täter hat aber vermutlich ein Glied der Kette 26.03.2026 Erneut Cyberbetrüger in Bamberg vor Gericht Vor dem Landgericht Bamberg hat heute ein Prozess um mutmaßlichen Cyber-Betrug in Millionenhöhe begonnen. Angeklagt ist eine 40-jährige israelische Staatsangehörige. Sie soll Teil einer internationalen Tätergruppe gewesen sein, die über sogenannte Trading-Plattformen Anleger aus dem deutschsprachigen Raum getäuscht hat. Die Masche: Über Callcenter – zunächst in Israel, später in Bulgarien – wurden den Opfern hohe 26.03.2026 Bayreuth jetzt direkt aufs Handy – per WhatsApp Die Stadt Bayreuth startet einen eigenen WhatsApp-Kanal. Dort gibt es ab sofort aktuelle Infos direkt aufs Smartphone. Zum Beispiel Nachrichten aus dem Rathaus, Tipps fürs Wochenende oder Hinweise zu Straßensperrungen. Damit baut die Stadt ihr Angebot in den sozialen Medien weiter aus. Den Kanal finden Interessierte über die Internetseite der Stadt. mso