Der Wahlausschuss der Stadt Bamberg hat in seinen Sitzungen am gestern und heute das endgültige Ergebnis der Stadtratswahl vom 8. März 2026 festgestellt. Im Zuge der abschließenden Prüfung und Revision der Wahlergebnisse wurde eine Korrektur der Sitzverteilung erforderlich: Der Bamberger Bürgerblock erhält einen Sitz mehr, die SPD einen Sitz weniger.
Das bedeutet, dass der Bamberger Bürgerblock nun mit zwei Stadträten vertreten ist, während die SPD sieben Sitze erhält. Damit wird Philipp Dechant (SPD), der durch die Wahl von Sebastian Martins Niedermaier zum Oberbürgermeister noch in das Gremium nachgerückt ist, nun doch kein Stadtrat, während Hans-Jürgen Eichfelder (Bamberger Bürgerblock) nun den Einzug in den Stadtrat schafft. Diese Anpassung erfolgt auf Grundlage des vom Wahlausschuss beschlossenen endgültigen Wahlergebnisses. Der Ausschuss hat die Beschlüsse der Wahlvorstände in den 86 Wahlbezirken der Stadt überprüft und wahlrechtlich erforderliche Korrekturen vorgenommen, die für die Ermittlung des endgültigen Stadtratswahlergebnisses berücksichtigt werden müssen.
„Auch wenn es sich um einen mit rund 700 zu insgesamt 1,44 Millionen Stimmen tatsächlich sehr kleinen Stimmenanteil handelt, hat dies bei dieser Wahl aufgrund des gesetzlich vorgegebenen Verhältniswahlrechts unmittelbare Auswirkungen auf die Sitzverteilung“, erklärt Wahlleiter Christian Hinterstein. „Die jetzt vorgenommene Korrektur ist das Ergebnis eines sorgfältigen und rechtlich gebotenen Prüfverfahrens.“
Insgesamt wurden im Rahmen der Wahlausschuss-Sitzungen 61 Einzelfallentscheidungen überprüft und beschlossen. Dabei ging es insbesondere um die korrekte Bewertung von Stimmzetteln. In der Prüfung wurde in diesen Einzelfällen festgestellt, dass Korrekturen an den durch die Wahlvorstände getroffenen Beschlüssen über ungültige oder gültig vergebene Stimmen erforderlich sind. Diese Korrekturen sind ausschließlich dem Wahlausschuss vorbehalten. Diese wurden in den öffentlichen Sitzungen jetzt vorgenommen.
„Das bayerische Kommunalwahlrecht gibt den Wählerinnen und Wählern bewusst große Freiheit bei der Stimmvergabe. Diese Vielfalt macht die Auszählung jedoch auch besonders anspruchsvoll“, sagt Hinterstein. „Unser Ziel ist es, trotz dieser Komplexität ein rechtssicheres und korrektes Ergebnis zu gewährleisten – auch wenn dies nachträgliche Korrekturen notwendig macht.“
Die Stadt Bamberg setzt seit vielen Jahren auf ein zweistufiges Prüfverfahren, bei dem die Ergebnisse aus den Wahllokalen zunächst kontrolliert und anschließend nochmals im Rahmen einer Revision überprüft werden. Dieses Verfahren dient dazu, mögliche Rechen- oder Bewertungsfehler zu erkennen und zu korrigieren.
„Kommunalwahlen sind organisatorisch und personell eine riesige Herausforderung“, betont Hinterstein. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns die Zeit für eine gründliche Prüfung nehmen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen darauf vertrauen können, dass am Ende ein korrekt ermitteltes Ergebnis steht, auch wenn dieser Prozess etwas länger dauert.“
Für zukünftige Wahlen plant die Stadt Bamberg, die Schulung der Wahlvorstände weiter zu intensivieren und den Einsatz elektronischer Auszählhilfen zu prüfen, um Fehlerquellen weiter zu minimieren und die Abläufe zu optimieren.
Neben der Stadtratswahl wurde auch das Ergebnis der Oberbürgermeister-Stichwahl vom 22. März 2026 formal festgestellt. Diese verlief ohne Beanstandungen. „Die Wahlleitung der Stadt Bamberg bedankt sich ausdrücklich bei den rund 800 ehrenamtlichen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern sowie den rund 200 hauptamtlich in der Wahl tätigen Kräften für ihren engagierten Einsatz“, sagt Hinterstein abschließend.
Hier die Übersicht über alle gewählten 44 Stadträte auf Grundlage des amtlichen Endergebnisses nach der Feststellung des Wahlausschusses:
-CSU (10 Sitze): Melanie Huml, Anne Rudel, Anna Niedermaier, Dr. Christian Lange, Michael Kalb, Peter Neller, Stephan Mühlich, Stefan Kuhn, Prof. Dr. Gerhard Seitz, Matthias Graßmann
-Grüne (10 Sitze): Jonas Glüsenkamp, Leonie Pfadenhauer, Ulrike Sänger, Christian Hader, Dr. Vera Mamerow, Rebecca Haas, Anna Friedrich, Hayati Yilmaz, Elias Leikeb, Wolfgang Grader
-SPD (7 Sitze): Wolfgang Metzner, Eva Jutzler, Ingeborg Eichhorn, Olaf Seifert, Dr. Marco Depietri, Heinz Kuntke, Peter Süß (durch die Wahl von Sebastian Martins Niedermaier zum Oberbürgermeister kommt Peter Süß als erster Nachrücker in den Stadtrat)
-AfD (4 Sitze): Armin Köhler, Jan Schiffers, Tina Pfaffenberger, Manfred Köhler
-Die Linke (3 Sitze): Hilal Tavsancioglu, Stephan Kettner, Vitus Mayr
-Zwiebel (2 Sitze): Michael Schmitt, Katharina Breinbauer
-BBB (2 Sitze): Norbert Tscherner, Hans-Jürgen Eichfelder
-Freie Wähler (1 Sitz): Claudia John
-Volt (1 Sitz): Dr. Hans-Günter Brünker
-FDP (1 Sitz): Ralf Stöcklein
-BM (1 Sitz): Jürgen Weichlein
-BuB (1 Sitz): Karin Einwag
-ÖDP (1 Sitz): Lucas Büchner
Die endgültigen Ergebnisse der Kommunalwahlen können unter www.stadt.bamberg.de/wahlen abgerufen werden.