Stadtprägender Mann verlässt Rathaus

08. August 2024 , 14:27 Uhr

Mit Holger Leverentz (2. v.l.) geht der Leiter der Städtebauförderung zum 1. September in die Freistellungsphase der Altersteilzeit – Seit 1992 hat der 62-Jährige das Stadtbild von Bayreuth maßgeblich mitgestaltet

Wer durch die Bayreuther Innenstadt schlendert, wird immer wieder auf Gebäude, Passagen oder Plätze stoßen, die ein Mann in den letzten über 32 Jahren maßgeblich mitgestaltet hat. Holger Leverentz, 62 Jahre, hat in seiner Tätigkeit im Hochbauamt unter anderem an der Realisierung der Passage Max 48 und der Zentralen Omnibushaltestelle (ZOH) sowie beim Umbau des Alten Rathauses in das Kunstmuseum und eine Gaststätte mitgewirkt. Eines seiner letzten Projekte als nunmehriger Leiter des Amtes für Städtebauförderung ist der archäologische Rundgang „Die Bayreuther Unterwelt“. Denn Holger Leverentz verlässt am 1. September den aktiven Dienst.

Der gebürtige Altenkunstadter (Landkreis Lichtenfels) arbeitete seit dem 1. Januar 1992 bei der Stadt Bayreuth. Zuvor war der Diplom-Bauingenieur zwei Jahre im Stadtplanungsamt Kulmbach tätig, nachdem er zweieinhalb Jahre in einem Architekturbüro gearbeitet hatte. „Ich stamme aus einer Baumeister- und Handwerkerfamilie“, erzählt Holger Leverentz. So hatte sein Vater, der aus Lübeck stammt, ein Architekturbüro in Altenkunstadt betrieben, der Sohn sollte die Nachfolge antreten, letztlich führte ihn sein Weg aber nach Bayreuth. „Ich bin dankbar, dass ich so viele Jahre hier in Bayreuth arbeiten durfte“, blickt der 62-Jährige auf seine Zeit in der Stadtverwaltung zurück.

Seine berufliche Laufbahn startete Leverentz nach dem Qualifizierenden Hauptschulabschluss mit einer Ausbildung zum Bauzeichner. Im Anschluss legte der passionierte Turner und Handballer über den zweiten Bildungsweg sein Fachabitur ab und studierte an der Hochschule Coburg Bauingenieurwesen Hochbau. Direkt nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur zog er 1987 der Liebe wegen von Altenkunstadt in die Festspielstadt. Die Geschichte von Bayreuth mit seinen vielen historischen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten hatte ihn sofort fasziniert, und auch sportlich hatte er bei der Turnerschaft (BTS) schnell seine Heimat gefunden. Dieses Engagement hat ihm auch den beruflichen Weg von Kulmbach nach Bayreuth geebnet. Denn als ein Kollege im hiesigen Hochbauamt gesucht wurde, machte ihn sein BTS-Kamerad Norbert Will, damals stellvertretender Leiter dieser Dienststelle, auf die freie Stelle aufmerksam. Leverentz musste nicht überlegen und begann seine Arbeit im Januar 1992 bei der Stadt Bayreuth.

Zahlreiche Projekte realisiert

Der Diplom-Ingenieur hatte in den kommenden Jahren jede Menge Projekte umzusetzen. Neben den bereits erwähnten Vorhaben war er unter anderem für den Bauunterhalt der Stadthalle, den Bau der Integrierten Leitstelle und den Umbau des Hans-Walter-Wild-Stadions zuständig. Am 1. Dezember 2018 wechselte Leverentz ins Gerberhaus, wo er die Leitung des Amtes für Städtebauförderung übernahm. Neben den üblichen Aufgaben wie der Klärung von Fragen zur Gebäudemodernisierung, Fassaden- und Hofgestaltungen oder der Beantragung und Auszahlung von Städtebaufördermitteln kümmerte sich Leverentz um Projekte wie die Neugestaltung des Rathausvorplatzes, den Stadtmauerspaziergang oder den bereits erwähnten archäologischen Rundweg. Dessen einzelne Etappen sind mit Stelen markiert, die neben Informationen auch einen QR-Code enthalten, über den zahlreiche weitere Details zum jeweiligen Denkmal zu erfahren sind. Auch an anderen Vorhaben wie dem Neubau des Stadtarchivs, der Schokofabrik oder dem

Spielplatz Schanz war Leverentz beteiligt.

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger bedankte sich bei der Verabschiedung des 62-Jährigen für dessen Einsatz für die Stadt Bayreuth: „Holger Leverentz hat mit seinen Projekten Bayreuth in den letzten Jahrzehnten mitgeprägt. Sein Engagement für die bauliche Gestaltung der Innenstadt und den Erhalt historischer Bausubstanz wird noch viele Jahre in der Stadt wirken.“

So viel der 62-Jährige in seinem Job bei der Stadt Bayreuth bewegt hat, so viel wird er sich auch künftig in seinem „Ruhestand“ bewegen. Zum einen persönlich im Turnsport und als Übungsleiter, der jungen Menschen den Spaß am Sport vermittelt. Zum anderen als Vereinsfunktionär bei der Bayreuther Turnerschaft und als Vorsitzender des Turnbezirks Oberfranken mit seinen etwa 56.000 Mitgliedern. Auch hier wird er sicher weiter prägend für Bayreuth tätig sein.

red

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