Am Kulmbacher Klinikum wird heute eine besondere Ausstellung eröffnet. Es geht um Menschen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderungen, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten auch bei uns in der Region ermordet wurden.
Aus der Heil- und Pflegeanstalt Kutzenberg betraf das mehr als 400 Frauen und Männer. Den ersten zehn Opfer, die zudem jüdischer Abstammung waren, ist die Sonderausstellung im Foyer des Klinikums gewidmet.
Auf 21 Tafeln zeigt die Ausstellung Hintergründe und Informationen zu den schrecklichen Vorgängen ab 1939 auf: Heil- und Pflegeanstalten im vereinigten Regierungsbezirk Ober- und Mittelfranken wurden aufgelöst, die Patienten auf die entsprechenden Einrichtungen in Kutzenberg, Erlangen und Ansbach verteilt. Von Kutzenberg aus wurden im Rahmen der sogenannten T4-Aktion die Menschen busweise in Tötungsanstalten deportiert. Insgesamt wurden so zwischen September 1940 und Juni 1941 mehr als 400 Frauen und Männer aus Kutzenberg systematisch ermordet.
Erarbeitet wurde die Ausstellung von der Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberfranken. Eröffnen werden sie Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Landrat und Verbandsvorsitzender Klaus Peter Söllner und Klinikums-Geschäftsführerin Brigitte Angermann. Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold wird die historischen Hintergründe erläutern.
Ab kommender Woche ist die Ausstellung „Doppelt stigmatisiert. Jüdische Opfer der NS-Krankenmorde aus Kutzenberg“ im Foyer des Klinikums Kulmbach zu sehen. Die mobile Ausstellung hat bereits in Kutzenberg, Bamberg, Lichtenfels und Kronach Station gemacht, weitere Standorte in Oberfranken sind angedacht. Der Eintritt ist frei.