Betrugsanrufe sind immer noch das daily business von Polizei und Staatsanwaltschaft. Allein am Mittwoch hat’s 22 Anzeigen wegen Betrugsanrufen in Bayreuth und der Region gegeben. Während die Täter in zwei Fällen erfolgreich waren, konnte ein cleverer 21-Jähriger aus der Gemeinde Ahorntal einen Täter sogar an die Polizei ausliefern.
Als der junge Mann die Geschichte mit dem tödlichen Unfall am Telefon aufgetischt bekommt, weiß er sofort, was Sache ist. Aber statt einfach aufzulegen, dreht er den Spieß um. Er ruft parallel die Polizei. Dann wird’s richtig filmreif: Über Stunden hält er die Täter hin, verstellt seine Stimme und gibt sich am Telefon als ältere Frau aus. Währenddessen bereiten Polizei und Zivilkräfte im Hintergrund alles für den Zugriff vor. Die Betrüger wollen die „Seniorin“ sehen – also verkleidet sich der 21-Jährige kurzerhand selbst: Küchenschürze, Kopftuch, Stoffbeutel ohne Inhalt. Kurz darauf taucht tatsächlich ein Abholer auf, nimmt den Beutel … und läuft direkt in die Arme der Polizei. Der 32-Jährige sitzt jetzt in U-Haft – Verdacht auf bandenmäßigen Betrug.
Geldübergaben aber in Bayreuth und Eckersdorf
In Bayreuth wurde eine Seniorin von einem Unbekannten telefonisch kontaktiert, der vorgab, ein Bankmitarbeiter stehe mit Betrügern in Verbindung. Die Frau hob daraufhin 10.000 Euro von ihrem Konto ab und deponierte das Geld, wie angewiesen, in einem gelben Plastikbeutel in der Rosestraße im Bereich des dortigen Elektrohäuschen. Die Abholung erfolgte zwischen 10.50 Uhr und 13 Uhr. Zu einem persönlichen Kontakt mit dem Geldabholer kam es nicht.
In der Eckersdorfer Sophienstraße wurde ein Ehepaar Opfer einer ähnlichen Masche. Unter dem Vorwand, dass Falschgeld im Umlauf sei, forderte eine vermeintliche Staatsanwältin, Bargeld der Geschädigten auf Echtheit überprüfen zu müssen. Die Betroffenen hinterlegten einen niedrigen fünfstelligen Betrag am Gartenzaun ihres Anwesens in einem beigen Stoffbeutel. Zudem erhielten sie die Anweisung, vor der Abholung die Rollläden zu schließen. Die Tat ereignete sich zwischen 13 Uhr und 14 Uhr. Auch hier sind derzeit keine Hinweise zum Geldabholer bekannt.
tb