Einst barocker Landsitz – seit den 50er Jahren im Besitz der Familie Rosenthal, deren Spross Philip Rosenthal es mit der Kunst seiner Zeit ausgestattet hat: Das ist das Schloss Erkersreuth bei Selb. Die Stiftung Kulturerbe Bayern kümmert sich derzeit um die Sanierung. Für den laufenden, ersten Bauabschnitt gab es jetzt Fördermittel vom Freistaat Bayern: Knapp 2,4 Millionen Euro. Den Förderbescheid hat Bayerns Kunstminister Markus Blume jetzt in München an die Stiftung Kulturerbe Bayern überreicht. Die Mittel stammen aus dem Entschädigungsfonds und sollen dazu beitragen, dass aus dem Schloss Erkerseuth ein neuer Begegnungsort für Kunst und Kultur werden kann. Der erste Bauabschnitt umfasst die Statik des Schlosses und die Dacherneuerung. Im zweiten Abschnitt geht es um die Ausstattung, die auf Philip Rosenthal zurückgeht. Auch hierfür hat Kunstminister Blume Fördermittel in Aussicht gestellt.
Auszug aus der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst:
Bis 1966 ließ Philip Rosenthal Teile des Schlosses umbauen und ergänzte die historische Ausstattung um hochwertige Möbel, Einbauten und Kunstwerke seiner Zeit. Damit prägte er das Haus auf ganz eigene Weise: Barocke Räume treffen hier auf die Formensprache der Moderne. Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese Verbindung im Obergeschoss. Dort finden sich Werke namhafter Künstler und Gestalter wie Victor Vasarely, Andreas Paul Grieshaber und Bjørn Wiinblad. Zugleich sind ausgewählte historische Räume mit ihrer ursprünglichen Ausstattung erhalten geblieben. Dazu zählen der Fest- beziehungsweise Rittersaal und das sogenannte Bilderzimmer, dessen fest eingebaute Wandgestaltung noch aus der Entstehungszeit stammt. Auch kunstvoll gestaltete Stuckdecken aus dem Rokoko zeugen von der einstigen Pracht des Schlosses. Rosenthal ergänzte diese historischen Elemente bewusst durch zeitgenössische Gestaltung, ohne die alte Bausubstanz überall zu verdrängen.