Die Stadt Forchheim steckt finanziell in einer schwierigen Lage. Für viele Ausgaben muss genau gerechnet werden, und auch der Haushalt für die kommenden Jahre bereitet Sorgen. Jetzt gibt es allerdings eine überraschend gute Nachricht bei den Steuereinnahmen. Wie die Nordbayerischen Nachrichten berichten, hat sich bei der Gewerbesteuer einiges getan. Statt der ursprünglich eingeplanten rund 20 Millionen Euro sind inzwischen knapp 44 Millionen Euro zusammengekommen. Grund ist eine unerwartet hohe Nachzahlung eines einzelnen Steuerpflichtigen. Die Stadt betont aber, dass die Haushaltskrise damit noch lange nicht überwunden ist. Das zusätzliche Geld könnte vor allem dafür sorgen, dass Forchheim in den nächsten Jahren weniger Kredite aufnehmen müsste.
Die Stadt rechnet für 2027 weiterhin mit einem hohen Defizit. Im Verwaltungshaushalt könnte ein Minus im sieben- bis achtstelligen Bereich entstehen. Außerdem erwartet Forchheim im kommenden Jahr wieder deutlich niedrigere Gewerbesteuereinnahmen von ungefähr 25 Millionen Euro. Dazu kommt eine voraussichtlich stark steigende Kreisumlage, also Geld, das die Stadt an den Landkreis zahlen muss. Die Stadt warnt deshalb davor, die einmalige Nachzahlung als dauerhafte Verbesserung der Finanzen zu sehen.
Und dann ist da ja noch die Auseinandersetzung wegen der Anteile am Klinikum Forchheim/Fränkische Schweiz: die zusätzlichen Einnahmen könnten der Stadt zwar etwas mehr Spielraum verschaffen. Am grundsätzlichen Streit ändert das aber erst einmal nichts. Forchheim will erreichen, dass der Landkreis die vereinbarte Übernahme der Geschäftsanteile am Klinikum umsetzt. Andernfalls könnten auf die Stadt mehr als sechs Millionen Euro zusätzliche Belastungen zukommen. Ob die unerwartete Gewerbesteuerzahlung daran etwas ändert, ist bisher nicht bekannt. Die Stadt muss weiter sparen und gleichzeitig wichtige Aufgaben im Blick behalten – etwa die Sanierung des Königsbades und den Neubau einer Kindertagesstätte in Reuth.