Am Roten Hügel steht eine gewaltige Baustelle bevor. In den nächsten 15 bis 20 Jahren ist eine komplette Modernisierung des Bayreuther Klinikums geplant. Das jetzige Gebäude in der Preuschwitzer Straße soll dabei in Abschnitten durch einen kompletten Neubau ersetzt werden. Es laufen bereits die Bauarbeiten für die neue Krankenhausapotheke. Bald soll das Richtfest stattfinden. Geschäftsführer Dietmar Pawlik:
Wir liegen aktuell im Zeit- und Kostenrahmen. Das ist auch eine zwingende Voraussetzung dafür, dass Sie solche Baumaßnahmen machen. Das ist auch mit ein Grund, warum wir in Neubaustrukturen gehen. Weil ein Umbau im Bestand ist eine Glaskugel, durch die Sie nicht schauen können.
Die medizinische Versorgung in Bayreuth sei während der gesamten Bauarbeiten sichergestellt, betont Pawlik. Die jetzigen Gebäude werden so lange im Betrieb bleiben, bis der Neubau abgeschlossen ist. Der Freistaat fördert das Projekt und übernimmt etwa 70 Prozent der Baukosten.
Gleichzeitig bleibt die finanzielle Situation am Bayreuther Klinikum angespannt. Die Bundesregierung plant in den kommenden Jahren massive Einsparungen im Gesundheitssystem. Hintergrund ist das umstrittene Beitragsstabilisierungsgesetz.
Für das Jahr 2027 fehlen dem Klinikum bereits rund acht Millionen Euro Betriebseinnahmen. Bis 2030 könnten es rund 20 Millionen Euro sein. Landrat Florian Wiedemann äußert deutliche Kritik an der Gesundheitspolitik der Bundesregierung:
Durch dieses Beitragsstabilisierungsgesetz ist es dazu gekommen und wird es dazu kommen, dass die Prüfungen unserer Rechnungsstellung nicht abnehmen, sondern sogar noch zunehmen werden. Das bedeutet, dass zusätzliches Personal gebraucht wird und das ist einfach komplett verrückt, was da passiert. Statt Bürokratie abzubauen, wird Bürokratie aufgebaut. Also es geht in die völlig falsche Richtung.
Auch den geplanten Neubau für 800 Millionen Euro hält der Landrat für zwingend notwendig, um die medizinische Versorgung in Bayreuth langfristig zu gewährleisten.
mz