Das Aus der Tangente über den Campus in Kulmbach sorgt für weitere Kritik. Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege meldet sich deswegen zu Wort. Der Abriss des denkmalgeschützten Güterbahnhofs in Kulmbach sei unnötig und sinnlos gewesen, heißt es in einer Mitteilung. Das Gebäude aus dem Jahr 1890 habe einem Straßenbauprojekt weichen müssen, das sich nicht verwirklichen lässt. Dass ohne den Erwerb notwendiger Grundstücke schon mal der Bahnhof abgerissen wurde, sei fatal. Immerhin könne das Kulmbacher Denkmal-Debakel als Beispiel dienen, wenn ähnliche Abrisse diskutiert werden, so die Heimatpfleger.
Der Güterbahnhof war ein Zeugnis eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte von Kulmbach und ein Erinnerungsort: Von hier wurden im Jahr 1942 die letzten sieben jüdischen Kulmbacher in ein Vernichtungslager deportiert. Vor zwei Jahren wurde das Gebäude nach einer langen Debatte abgerissen. Es gab ein erfolgloses Bürgerbegehren für den Erhalt und eine Einstufung des Gebäudes als Baudenkmal durch das Landesamt für Denkmalpflege.