„Zombie-Liquids“ an Schulen – Oberfranken schlägt Alarm!

03. Februar 2026 , 16:22 Uhr

In Oberfranken tauchen in jüngster Zeit vermehrt chemisch veränderte Liquids auf, die unter anderem unter den Bezeichnungen „Baller-Liquid“ und „Zombie-Liquid“ bekannt sind. Diese Liquids können in herkömmlichen E-Zigaretten oder Vapes konsumiert werden und sind offenbar besonders bei Jugendlichen beliebt. Inzwischen ist die illegale Droge auch vermehrt an Schulen aufgetaucht.

Die Polizei in Hochfranken hat bereits in mehr als 100 Fällen wegen Liquids ermittelt, die als bunte Flüssigkeiten in ungekennzeichneten Fläschchen angeboten werden. Die bisherigen Ermittlungen haben ergeben, dass diese Liquids oftmals hochwirksame synthetische Cannabinoide enthalten. Die berauschend wirkenden Substanzen können zu Enthemmung und Halluzinationen führen und schwerwiegende gesundheitliche und mitunter auch lebensgefährdende Folgen nach sich ziehen. Zu den Risiken zählen hierbei insbesondere Herzrasen, Krampfanfälle, Angst- und Panikattacken, Wahnvorstellungen und Psychosen.

Im Zusammenhang mit dem Konsum derartiger Liquids waren bereits in mehreren Fällen medizinische Notfallbehandlungen erforderlich.

Da die sogenannten „Baller Liquids“ synthetische Cannabinoide enthalten, unterliegen sie dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Das hat zur Folge, dass nicht nur der Handel mit diesen Liquids strafbar ist, sondern auch ihr Erwerb oder Besitz.

Auf Grund der in den letzten Wochen und Monaten gehäuft aufgetretenen Vorfälle im Zusammenhang mit dieser sehr gefährlichen Droge haben Kriminalpolizei Hof und Staatsanwaltschaft Hof die Ermittlungstätigkeit in diesem Phänomenbereich stark erhöht. Als ein Schwerpunkt des Handels mit sogenannten „Baller-Liquids“ hat sich im Zuge der Ermittlungen der Sonnenplatz in Hof herauskristallisiert.

Zwischenzeitlich befinden sich neun Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 29 Jahren in Untersuchungshaft.  Die sieben Syrer und zwei Deutsche sollen unter anderem mit „Baller Liquids“ in erheblichem Umfang Handel getrieben und diese auch an Minderjährige abgegeben haben.

Parallel zu den strafrechtlichen Ermittlungen verstärkten die Hofer Polizeibehörden die Zusammenarbeit mit den kommunalen Sicherheitsbehörden, insbesondere mit der Stadt Hof. Die Polizei hat bereits in den letzten Wochen präventive Maßnahmen mit der Stadt Hof koordiniert und steht mit dieser im ständigen Austausch, um die Verbreitung dieser gefährlichen Substanzen zu bekämpfen.

Im Zusammenhang mit dem Phänomen der „Baller-Liquids“ hat die Kriminalpolizei Hof am heutigen Dienstagnachmittag mit Unterstützungskräften gezielte Kontroll- und Durchsuchungsmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet Hof und in mehreren Umlandgemeinden durchgeführt. Ziel der koordinierten Maßnahmen war die Erlangung weiterer Erkenntnisse und Aufhellung des Phänomens „Baller-Liquids“.

Zeitgleich hat die oberfränkische Polizei unter anderen mit der Stadt Hof eine Präventionskampagne zum Thema Vapes geplant.

Die Polizei weist darauf hin, dass Rauchen grundsätzlich erst ab 18 Jahren gestattet ist, unabhängig davon, ob es sich um Zigaretten, E-Zigaretten oder Vapes handelt. Es wird darauf hingewiesen, dass gerade bei Kindern und Jugendlichen bereits der erstmalige Konsum von E-Zigaretten nachhaltig schädlich wirken kann. Sofern Liquids verbotene Substanzen enthalten, kann ihr Konsum sogar tödlich enden. Es wird dringend davon abgeraten, E-Zigaretten unbekannten Inhalts zu verwenden.

Eltern und Erziehungsberechtigte tragen eine besondere Verantwortung für ihre Kinder. Sie werden gebeten, ihre Kinder über die Risiken des Drogenkonsums, gerade auch im Zusammenhang mit E-Zigaretten, aufklären.

Wer nach dem Konsum von E-Zigaretten gesundheitliche Probleme wie Übelkeit, Angstzustände, Herzrasen oder ähnlich gelagerte Symptome verspürt, sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

red

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