Die Verleihung der Bezirksmedaille in Silber an den Bamberger Buchhändler und AfD-Politiker Michael Genniges sorgt weiter für Diskussionen. Genniges wurde Anfang Mai vom Bezirk Oberfranken für seine kulturellen Verdienste ausgezeichnet. In der Laudatio wurden unter anderem sein Engagement als Buchhändler, Verleger und Mitbegründer des Literaturfestivals BamLit sowie seine frühere Tätigkeit als Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg hervorgehoben.
Wie der Fränkische Tag jetzt berichtet, kommt Kritik vor allem von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bamberg. In einer Stellungnahme bezeichnete sie die Ehrung als „falsches Signal“. Der heutige Vorstand verweist auf die politische Entwicklung von Genniges und seine langjährige Tätigkeit für die AfD. Auch die Grünen im Bezirkstag kritisieren die Auszeichnung. Sie sehen die Gefahr, dass durch solche Ehrungen rechtsextreme Positionen gesellschaftlich normalisiert werden.
Der Bezirk Oberfranken weist die Vorwürfe zurück. Die Auszeichnung sei im vorgesehenen Verfahren beschlossen worden. Die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei sei grundsätzlich kein Ausschlussgrund für die Verleihung der Bezirksmedaille. Auch CSU-Vertreter betonen, dass die Ehrung ausdrücklich die kulturellen Leistungen von Genniges würdige.
Michael Genniges selbst reagierte ebenfalls auf die Kritik. Er bedauere die Stellungnahme der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und sieht die Vorwürfe vor allem in seiner AfD-Mitgliedschaft begründet. Sein Engagement für jüdisches Leben und den Staat Israel bezeichnete er als selbstverständlich.
Die Bezirksmedaille in Silber wird pro Wahlperiode nur selten vergeben und gilt als eine der höchsten Auszeichnungen des Bezirks Oberfranken.