Im Rahmen des Süddeutschen Klinikprotests haben heute zahlreiche Krankenhäuser in Bayern und Baden-Württemberg auf ihre angespannte finanzielle Lage aufmerksam gemacht. Auch das Bamberger Klinikum am Bruderwald beteiligte sich: Von 11 bis 12 Uhr blieb der Haupteingang symbolisch geschlossen, Besucher wurden über Nebeneingänge geleitet. Der Klinikbetrieb lief weiter ohne Einschränkungen.
Hintergrund ist Kritik am geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die Krankenhäuser befürchten dadurch zusätzliche finanzielle Belastungen und mehr Bürokratie.
Der Vorstandsvorsitzende der Sozialstiftung Bamberg, Martin Wilde, sagte im Radio-Bamberg-Interview:
„Wichtig ist, dass man heute unterscheidet, es gibt einmal die Gesundheitsreform, für die wir sind. Und zur Gesundheitsreform wird jetzt ein Spargesetz auf den Weg gebracht, das alle Kliniken in Deutschland unheimlich stark finanziell treffen wird. Deswegen haben wir gesagt, wir wollen der Öffentlichkeit zeigen, dass auch bei der Weltmeisterschaft so ein Thema bitte im Vordergrund gerückt wird. Deswegen heute die Aktion.“
Auch Dr. Georg Pistorius warnt vor den Folgen für das Klinikum am Bruderwald:
„Die Sozialstiftung Bamberg hat seit 20 Jahren sich selber finanziert mit dem, was sie durch ihre Leistungen auch an Erlösen und Einnahmen hatte. Wenn diese Einnahmen jetzt massiv beschnitten werden und die Kostenentwicklung nicht ausgeglichen wird, dann wird die Sozialstiftung Bamberg ein Problem kriegen, dass sie wirtschaftlich nicht in der Lage ist, Innovationen mitzugehen, neue Dinge anzuschaffen und Personal in ausreichender Art und Weise auch zu finanzieren.“
Auch Personalvertreter und Klinikleitung warnen vor langfristigen Folgen für Versorgung und Personal. So könne unter anderem weniger Geld für Investitionen, medizinische Weiterentwicklung und Personal zur Verfügung stehen.
Martin Wilde betonte zudem:
„Die Gesundheitsversorgung in Deutschland ist nicht mehr zeitgemäß und bedarf dringend einer Verbesserung. Deshalb begrüßen wir die bereits beschlossene Gesundheitsreform.“ Gleichzeitig kritisiert er das geplante Spargesetz deutlich: Dieses würde Kliniken finanziell stark belasten, Bürokratie erhöhen und Tarifsteigerungen nicht ausreichend berücksichtigen.
Die Krankenhausgesellschaften in Süddeutschland fordern daher Nachbesserungen und mehr finanzielle Spielräume für die Kliniken.