Im neu aufgerollten Prozess um die verschwundene Katina K. aus Bulgarien steht heute der dritte Verhandlungstag an. Der 75-jährige Angeklagte Joseph H. aus dem Raum Forchheim soll seine ehemalige Lebensgefährtin vor rund zwei Jahren getötet haben. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden. Hauptzeugin ist noch immer Katinas Tante. Im besonderen Fokus deren Aussage stand eine Sprachnachricht, die Katina kurz vor ihrem Verschwinden an sie geschickt hatte. Darin äußerte sie Angst vor dem Angeklagten, beschrieb ihn als stark betrunken und erklärte, sie wolle zurück in ihre Heimat Bulgarien. Zuletzt sagten die zwei Polizeibeamtinnen aus, bei denen die Tante ihre Nichte als vermisste gemeldet hatte. Sie bestätigten deren Sorge – und hätten den Fall gleich ernst genommen. Besonders als sie den Angeklagten als eben die Person kontrollierten, bei der die Vermisste sich zuletzt aufgehalten hat. Denn Joseph H. ist mehrfach vorbestraft unter anderem wegen Körperverletzung, Vergewaltigung und Brandstiftung. Der Prozess wird neu aufgerollt, weil der Bundesgerichtshof das ursprüngliche Urteil von zwölf Jahren Haft wegen Totschlags aufgehoben hatte. Grund waren Mängel bei der Beweiswürdigung. Zu den Vorwürfen schweigt der Angeklagte weiterhin. Heute sollen weitere Zeugen gehört werden.