Der tödliche Anschlag beim Christopher Street Day in Berlin erschüttert auch die queere Community in Bayreuth. Der CSD am 15. August soll trotzdem wie geplant stattfinden. Die Veranstalter wollen damit ein klares Zeichen gegen Hass und Einschüchterung setzen. Gleichzeitig überprüfen Polizei, Stadt und Organisatoren gemeinsam das Sicherheitskonzept.
Mehrere Mitglieder des Bayreuther Organisationsteams kennen Menschen, die beim CSD in Berlin vor Ort waren. Entsprechend groß seien Schock und Betroffenheit. Eine Absage der Veranstaltung in Bayreuth stand für die Verantwortlichen dennoch nicht zur Diskussion, sagt Uschi Fuchs Vorsitzende von Queer Bayreuth und Mitorganisatorin des Bayreuther CSD:
Ich glaube, vom Mentalen her sind wir alle auf der gleichen Wellenlänge und sagen: Jetzt erst recht. Wir müssen Flagge zeigen und auf die Straße gehen, gerade jetzt auch wegen des Anschlags in Berlin.
Der Bayreuther Christopher Street Day findet am 15. August statt. Die Veranstalter rechnen wie im vergangenen Jahr mit rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Willkommen seien ausdrücklich auch Menschen, die selbst nicht zur queeren Community gehören, aber ein Zeichen für Vielfalt, Gleichberechtigung und Zusammenhalt setzen möchten.
Wir hoffen, dass trotz des Anschlags in Berlin die Leute zahlreich erscheinen, damit wir zusammen auf die Straße gehen und Flagge zeigen können.
Während des Bayreuther CSD soll es außerdem eine Schweigeminute geben. Damit wollen die Organisatoren an die Opfer des Anschlags und deren Angehörige erinnern.
Polizei überprüft das Sicherheitskonzept
Nach den Ereignissen in Berlin bewertet auch die Bayreuther Polizei die Lage neu. Sie steht dazu in engem Austausch mit der Versammlungsbehörde der Stadt und den Organisatoren des CSD. Harald Stadter, von der Polizeiinspektion Bayreuth-Stadt:
Der Anschlag auf den CSD in Berlin fließt natürlich auch in unsere Lagebewertung mit ein. Wir werden alle Fakten sammeln und dann zusammen mit der Versammlungsbehörde der Stadt Bayreuth und den Anmeldern des Christopher Street Days unser Sicherheitskonzept anpassen.
Welche Maßnahmen konkret verändert oder verstärkt werden, steht aktuell noch nicht fest. Unter anderem wird geprüft, ob Anpassungen an der Demonstrationsroute oder zusätzliche Absperrungen notwendig sind.
Aktuell sind wir da noch in der Abstimmung mit den Anmeldern. Das wird erst nächste Woche komplett final besprochen. Abgesperrt wird natürlich vieles im Zusammenhang mit der Aufzugsstrecke. Inwieweit sich die Aufzugsstrecke ändert, wird sich erst nächste Woche entscheiden.
Auch die Organisatoren zeigen sich offen für mögliche Änderungen. Die Zusammenarbeit mit der Bayreuther Polizei funktioniere seit Jahren gut. Sollte die Route aus Sicherheitsgründen angepasst werden müssen, werde der Verein die Empfehlungen der Einsatzkräfte umsetzen.
Die Polizei will den Besucherinnen und Besuchern zugleich die Sorge nehmen. Gemeinsam mit der Stadt und den Veranstaltern bereite sie sich darauf vor, den CSD sicher zu begleiten.
Wir werden alles dafür tun, um den Aufzug hier am 15. August sicher zu gestalten und zu begleiten, damit jeder den Tag feiern kann.
Für die Organisatoren verbindet der diesjährige CSD damit mehrere Botschaften: Er soll an die Opfer von Berlin erinnern, den Menschen ein möglichst sicheres Umfeld bieten und gleichzeitig zeigen, dass sich die queere Community nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängen lässt.
sir