Überraschung im Prozess um illegale Müllablagerungen in Tschechien. Das Landgericht Weiden hat den gestern vereinbarten Deal mit den Angeklagten wieder aufgekündigt. Wie Oberpfalzecho berichtet, reiche dem Gericht das Geständnis des früheren Geschäftsführers einer Entsorgungsfirma aus der Oberpfalz nicht aus. Mit der Vereinbarung sei das Gericht ebenfalls nicht zufrieden. Nur 100.000 Euro wollten die Angeklagten an den Freistaat Bayern zahlen, obwohl Kosten von rund 600.000 Euro entstanden sind. Damit ist auch der vereinbarte Strafrahmen von maximal dreieinhalb Jahren dahin. Das Gericht will also den Prozess, möglicherweise bis Ende des Jahres, durchziehen. Der damalige Chef soll mit seinem ebenfalls angeklagten tschechischen Geschäftspartner in 41 Fällen illegal Müll nach Tschechien und Polen gebracht haben – darunter auch gefährliche Abfälle. Die Behörden hatten sie wieder aufwendig zurückgeholt und einen Teil davon im Herbst in Hof zwischengelagert.