Die oberfränkische Industrie- und Handelskammer ist mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr gestartet. Zum Beispiel hat die regionale Industrie nach Angaben der Kammer deutlich an Arbeitsplätzen verloren. Für verhaltenen Optimismus sorgen hingegen die angekündigten, staatlichen Milliardenausgaben für Infrastruktur und Verteidigung.
IHK-Sprecher Peter Belina:
Das kommt letztlich auch unserer Wirtschaft zugute und damit auch den Arbeitsplätzen. Dieses kleine Wachstum wird aber nicht dazu führen, dass es richtig aufwärts geht. Es ist aber sehr wichtig, dass der Staat wieder deutlich mehr in Infrastruktur investiert, damit die endlich auch auf einen Stand kommen, der dem 21. Jahrhundert entspricht.
Von den Investitionen könnten in Oberfranken vor allem Automobilzulieferbetriebe profitieren, so Belina weiter. Dass sie die Defizite in der Branche ausgleichen werden, glaubt er aber nicht.
„In wenigen Jahren ist Deutschland vom Motor Europas zum kranken Mann Europas abgestiegen.“ So bewertet Belina die aktuelle Wirtschaftslage im Land. Das Wachstum in anderen EU-Staaten und vor allem in China sei spürbar höher.
Das prognostizierte Wachstum für 2026 ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Gerade Industrie und Bau sind weiter im Minus – und vor allem bei den Investitionen hinken wir weiterhin hinterher.
Die IHK beobachte eine Entkoppelung der Warenexporte vom Welthandel, so Belina weiter. Deutschland habe letztes Jahr weniger exportiert und deutlich mehr importiert. Und: während sich die Unternehmen – auch hier in der Region – mit bürokratischen Auflagen befassen müssten, könne sich die Konkurrenz auf den Verkauf ihrer Produkte konzentrieren.
mso