In Lisberg im Landkreis Bamberg wird ein besonderes Stück Geschichte wiederbelebt: Ein jahrhundertealtes Tropfhaus soll nach jahrzehntelangem Leerstand saniert werden.
Die sogenannten Tropfhäuser dienten früher als einfache Unterkünfte für Handwerker und Tagelöhner – und gelten heute als seltene Zeugnisse früher Wohnformen. Bürgermeister Michael Bergrab betont die Bedeutung für die Region: In dieser ursprünglichen Form seien solche Gebäude in Oberfranken kaum noch zu finden. Gleichzeitig stünden sie sinnbildlich für eine frühe Art des sozialen Wohnungsbaus nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Nach der Sanierung soll das Tropfhaus vielfältig genutzt werden. Geplant sind unter anderem eine kleine Übernachtungsmöglichkeit, ein Infopunkt, Räume für Seminare sowie eine „gute Stube“ als Treffpunkt. Auch Trauungen könnten dort künftig stattfinden – als Außenstelle des Standesamts.
Die Sanierung ist ab frühestens 2027 vorgesehen. Die Kosten liegen bei rund 350.000 Euro. Gefördert wird das Projekt vom Amt für ländliche Entwicklung, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Oberfrankenstiftung.