Haushalt des Landkreises Wunsiedel: Was geht, was nicht und was macht das Fichtelgebirge anders?

14. April 2026 , 16:12 Uhr

Schon im Vorfeld ist klar gewesen: Für den Landkreis Wunsiedel den diesjährigen Haushalt aufzustellen wird eine schwere Sache. Der Kreistag hat das Zahlenwerk am Abend einstimmig verabschiedet. Mit fast 154 Millionen Euro für den Verwaltungs- und über 44 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Was heuer an Investitionen möglich ist, was nicht und was der Landkreis Wunsiedel anders macht als andere Landkreise.

Der Haushalt 2026 ist mehr als auf Kante genäht, sagt Landrat Peter Berek. Aber man könne, wenn alles gut geht, durch das Jahr kommen. Die Einschnitte sind trotzdem richtig schmerzhaft. Ein enormer Kostenfaktor bleibt das Klinikum Fichtelgebirge. Das weist einen Fehlbetrag im zweistelligen Millionenbereich auf. Das versucht der Landkreis auszugleichen… die logische Konsequenz wäre gewesen, die Gemeinden hohe Ausgaben per Kreisumlage mitzahlen zu lassen. Der Landkreis Wunsiedel will sie aber bewusst senken, damit die Gemeinden im Fichtelgebirge handlungsfähig bleiben – anders als andere Landkreise in Bayern, die ihre Kreisumlage weiter erhöht haben. Was heuer aufgrund des Sparzwangs jedenfalls nicht drin ist: Weitere Gelder an Vereine, Kultur, neue Verkehrsangebote Richtung Bayreuth. Nicht verzichtet wird bei Investitionen ins Designstudio in Selb, in die Sanierung von Schulen, in die Sicherheit auf Straßen und den Bevölkerungsschutz.

Investitionen: Wenige, aber notwendige Großprojekte

Der Haushalt 2026 ist kein Haushalt der großen Würfe – er ist ein Haushalt der Verantwortung. Neue freiwillige Projekte sind kaum möglich, der finanzielle Spielraum ist eng. Dennoch konzentriert sich der Landkreis auf jene Investitionen, die nicht länger aufgeschoben werden können oder die einen klaren strukturellen Mehrwert für die Region bieten.

·         Designstudio Selb – Neuinvestition im Bereich Bildung und Kreativwirtschaft

Mit der Einrichtung eines Designstudios setzt der Landkreis ein Zeichen für die Zukunft: Kreativwirtschaft und praxisnahe Bildung sollen gezielt gefördert werden. Das Vorhaben verbindet wirtschaftliche Standortentwicklung mit modernen Bildungsangeboten und richtet sich insbesondere an junge Menschen in der Region.

·         Generalsanierung des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG) – längst überfällig

Seit rund zehn Jahren wurde die Generalsanierung des OHG vor sich hergeschoben. 2026 ist damit Schluss: Das Projekt wird nun angepackt – nicht, weil es bequem wäre, sondern weil es zwingend notwendig ist. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte haben ein Recht auf zeitgemäße Lernbedingungen. „Bildung ist ein Standortfaktor“, betont Landrat Peter Berek. „Diese Projekte sind keine Kür, sondern Pflicht – und sie waren zum Teil seit einem Jahrzehnt fällig.“

·         WUN 18 – Sicherheit an einem bekannten Unfallschwerpunkt

An der Kreisstraße WUN 18 im Bereich Brand/Seußen greift der Landkreis aktiv ein. Der dortige Unfallschwerpunkt ist seit Jahren bekannt, nun werden konkrete Maßnahmen umgesetzt, um die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer spürbar zu verbessern.

Fortlaufende Investitionen: Was weiter vorangeht

Neben den neuen Schwerpunkten laufen bereits begonnene Projekte konsequent weiter:

·         Sanierung der Fichtelgebirgshalle

Die Sanierung der Fichtelgebirgshalle schreitet planmäßig voran. Als wichtige Infrastruktur für Veranstaltungen und das gesellschaftliche Leben in der Region bleibt sie eine Investition in den Zusammenhalt der Gemeinschaft.

·         Radweg Vordorf–Meierhof

Der Ausbau des Radwegs zwischen Vordorf und Meierhof trägt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei und stärkt gleichzeitig die nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum – ein Beitrag, der Alltag und Freizeit gleichermaßen verbessert.

·         Dachsanierung der Sigmund-Wann-Realschule

Nach einem Wasserschaden musste die Dachsanierung der Sigmund-Wann-Realschule im Bereich Aula und Tagesheim in Angriff genommen werden. Dank einer Förderung ist die Maßnahme nun realisierbar – ein Glück für Schülerinnen, Schüler und das pädagogische Personal.

Um diese Investitionen zu stemmen, nimmt der Landkreis Darlehen in Höhe von 10,3 Millionen Euro auf – ein Höchststand, der jedoch als unausweichlich bewertet wird. „Wir nehmen diese Darlehen nicht leichtfertig auf“, erklärt Landrat Peter Berek. „Aber Stillstand in der Infrastruktur ist keine Alternative – er kostet am Ende mehr, als wir heute investieren.“

Sicherheit ist nicht verhandelbar

Unverändert unterstützt der Landkreis die Gemeinden im Bereich Feuerwehr und Katastrophenschutz – etwa durch Förderungen für Fahrzeuganschaffungen und Katastrophenschutzkomponenten. Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat im Haushalt 2026 oberste Priorität und wird trotz aller Sparanstrengungen nicht angetastet. „Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ist nicht verhandelbar“, betont Landrat Peter Berek.

Was nicht möglich ist

Die Auflagen der Konsolidierung lassen kaum Spielraum für freiwillige Leistungen. Im Bereich Kultur beschränkt sich der Landkreis auf Zuschüsse für die regionalen Leuchttürme – die Luisenburg-Festspiele und das Rosenthal-Theater. „Wir würden gerne mehr tun – für Vereine, für Kulturschaffende. Aber das ist derzeit schlicht nicht möglich“, so Landrat Peter Berek.

Auch im Bereich Mobilität bleiben Wünsche offen: Zusätzliche Angebote etwa in Richtung Bayreuth – ob Flexi oder Flitzer – wären durchaus sinnvoll, insbesondere für junge Menschen. Die Finanzlage lässt es jedoch nicht zu. Der Landkreis beobachtet diese Bedarfe aufmerksam und wird handeln, sobald der Spielraum es erlaubt.

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