Ein größerer Waldbrand hält die Einsatzkräfte im Tennenloher Forst bei Erlangen in Atem. Die Feuerwehren mit etwa 120 Einsatzkräften haben die Flammen am ehemaligen Truppenübungsplatz zwar unter Kontrolle, die Löscharbeiten dauern aber noch an. Rauch zieht bis ins Erlanger Stadtgebiet, Gefahr für die Bevölkerung besteht aber nicht. Die Behörden bitten Anwohner, das Gebiet weiträumig zu meiden und Fenster geschlossen zu halten und Klimaanlagen abzustellen.
Der Brand war gestern im Lauf des Nachmittags ausgebrochen. Vor Ort war auch Bayerns Innenminister Herrmann:
Die genaue Ursache kennen wir noch nicht. Wir gehen nach den Ermittlungen der Feuerwehr davon aus, dass es eine Fläche im Moment von etwa 15.000 Quadratmetern betroffen ist. Es sind bereits am späten Nachmittag entsprechende Löschmaßnahmen ergriffen worden, vor allen Dingen mithilfe der des Wassers der Polizeihubschrauber, die das aus der Luft entsprechend versucht haben zu löschen. Das hat auch seine Wirkung getan bei der jetzigen Situation. Tiefdunkle Nacht und entsprechende Rauchschwaden können die Hubschrauber im Moment jetzt nicht mehr fliegen. Wir haben aber alle Vorkehrungen dafür getroffen, dass zum einen das betroffene Waldgebiet jetzt über Nacht auch bewacht wird, dass sich auf jeden Fall die Flammen nicht ausdehnen können. Und wir haben entsprechend Vorsorge getroffen, dass morgen mit Sonnenaufgang zwei, möglichst drei Hubschrauber, dann sofort wieder die Brandbekämpfung beginnen. Es handelt sich hier um ein Gebiet, in dem schon zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg die Reichswehr einen großen Truppenübungsplatz und einen Schießplatz betrieben hat. Der Schießplatz ist nach dem Zweiten Weltkrieg dann noch über Jahrzehnte von der US Army wiederum für Panzerschießen mit scharfer Munition betrieben worden. Und aus dieser Zeit sind hier immer wieder Munitionsfunde festzustellen, die gerade wenn es brennt, natürlich auch zu Explosionen führen können. Deswegen ist es ausgeschlossen, blindlings in eine solche Situation Feuerwehrleute in den Wald hinein zu schicken, weil da erhebliche Lebensgefahr für die Feuerwehrleute besteht. Deswegen kann der Brand im Moment nur von außen, von dem Wegenetz, außen rum und eben vorrangig aus der Luft bekämpft werden. Es ist großartig, dass wir uns auf die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus den umliegenden Gemeinden verlassen können. Es hat die Berufsfeuerwehr Erlangen hier gleich mit Unterstützern beginnen. Aber der Großteil der Einsatzkräfte sind alle aus den Freiwilligen Feuerwehren hier rings um den Tennenlohe Forst. Und man spürt auch jetzt schon tief in der Nacht sind hier noch viele, viele mit unterwegs. Und es ist natürlich schon sichergestellt, dass morgen früh, wenn die neuen Angriffsmaßnahmen gegen die Brandherde beginnen, bei Sonnenaufgang auch wieder sicherlich im Hunderterbereich entsprechende Feuerwehrkräfte zur Verfügung stehen. Wir haben zweifellos aufgrund der sehr niedrigen Niederschläge in den letzten Wochen hier eine erhöhte Waldbrandgefahr. Und das ist für die jetzige Die Situation. Wir sind jetzt gerade am Ende, April, Anfang Mai, natürlich sehr früh im Jahr. Wenn sich das so fortsetzt, wird das natürlich in den heißen Monaten Juli, August noch viel schlimmer werden. Wir sind technisch gut gerüstet. Wir haben die Ausrüstung unserer Feuerwehren in diesen Bereichen in den letzten Jahren ständig weiter verbessert. Gerade auch die Zusammenarbeit mit der Hubschrauberstaffel der Polizei, damit aus der Luft bekämpft werden kann. Insofern Wir sind gut gerüstet. Wir haben tolle Einsatzkräfte. Aber wir müssen trotzdem schon präventiv alles dazu tun, dass solche Waldbrände gar nicht entstehen. Und ich kann nur dringend an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger. Dringend appellieren, dass keiner in einer solchen Situation mit offenem Feuer in den Wäldern hantiert, egal, ob es ums Rauchen geht oder um ein Picknick oder dergleichen. Feuerwehr, offenes Feuer in einer solchen Situation in den Wäldern hier zu betreiben, ist völlig unverantwortlich. Wir haben schon seit etlichen Jahren dieses sehr ausgeklügelte Konzept, wo in einer solchen Situation die Hubschrauber der Polizei entsprechend große Wasserbehälter transportieren können und dazu dann am Boden die entsprechenden Flughelfer Gruppen der Feuerwehr bereitstehen, die diese Wasserbehälter dann jeweils immer rasch wieder befüllen und dafür sorgen, dass der Hubschrauber gleich wieder zum nächsten Einsatz fliegen kann. Das haben wir in den letzten Jahren auch immer wieder trainiert und geübt und deshalb haben wir da die entsprechend gut ausgebildeten Kräfte überall in Bayern.“
Textquelle: News5/Merzbach