Gewitter sorgen für Schäden in der Region Bamberg-Forchheim

22. Juni 2026 , 17:35 Uhr

Überflutungen, Brände und umgestürzte Bäume – die Gewitter haben heute Morgen erneut für Probleme in der Region Bamberg-Forchheim gesorgt. In Pettstadt schlug ein Blitz in eine Scheune ein und setzte sie in Brand. Auch in einem weiteren Gebäude wurde ein Blitzeinschlag gemeldet. In Erlangen wurde eine Bahnunterführung durch Starkregen überflutet und gesperrt. Auf einem Campingplatz stürzte zudem ein Baum auf einen Wohnwagen. Verletzt wurde dabei niemand. Wer mit der Bahn aus den Haßbergen nach Bamberg wollte, musste deutlich mehr Zeit einplanen. Das Unwetter legte ein Stellwerk im Maintal lahm. Das sorgte für Zugverspätungen.

 

Hier der Bericht von Sebastian PflaumKreisbrandmeister:

Blitzeinschlag setzt Scheune in Pettstadt in Brand – zahlreiche weitere Einsatzstellen am zweiten Unwettertag

Nachdem die Feuerwehren im Landkreis Bamberg bereits am Sonntag, 21. Juni 2026, wegen einer umfangreichen Unwetterlage an zahlreichen Einsatzstellen gefordert waren, zog am Montagmorgen erneut eine Gewitter- und Unwetterfront über das Kreisgebiet. Die Gewitter verlagerten sich von Nordwesten nach Südosten und zogen dabei teilweise nur langsam. Neben Starkregen und weiteren Unwetterschäden kam es in Pettstadt zu einem größeren Brandereignis nach einem Blitzeinschlag. Gegen 07:03 Uhr wurde die Feuerwehr zunächst mit dem Stichwort B 3 zu einem gemeldeten Dachstuhlbrand in die Fabrikstraße nach Pettstadt alarmiert. Bereits auf der Anfahrt verdichteten sich die Hinweise auf einen Blitzeinschlag. Bei der ersten Erkundung stellte sich heraus, dass eine freistehende Scheune in Brand geraten war. Aufgrund des Ausmaßes der Lage wurde das Einsatzstichwort im weiteren Verlauf auf B 4 erhöht. Die ersten Einsatzkräfte konzentrierten sich darauf, den Brand einzudämmen, eine Ausbreitung auf angrenzende Bereiche zu verhindern und die Einsatzstelle abzusichern. Da das Brandgebäude durch das Feuer stark beschädigt und einsturzgefährdet war, erfolgte die Brandbekämpfung mit besonderer Vorsicht. Bereits kurze Zeit nach Eintreffen der ersten Kräfte konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. 

Im weiteren Verlauf standen Nachlöscharbeiten, die Kontrolle möglicher Glutnester sowie die Sicherung des Brandgebäudes im Mittelpunkt. Gegen 08:33 Uhr konnte Feuer aus gemeldet werden. Anschließend wurde die Einsatzstelle weiter überwacht und zur Beurteilung des Gebäudes auch eine Drohne eingesetzt. Nachdem keine weiteren wesentlichen Lageänderungen eintraten, begann am späten Vormittag der schrittweise Rückbau. Die Lage in Pettstadt blieb dabei nicht auf den Scheunenbrand beschränkt. Während die Einsatzkräfte an der Fabrikstraße gebunden waren, gingen im Umfeld weitere gewitterbedingte Meldungen ein. Dazu zählten eine ausgelöste Brandmeldeanlage, eine Erkundung nach einem Blitzeinschlag mit verschmortem Geruch in einem Wohngebäude sowie ein weiterer gemeldeter Brandgeruch. Dieser konnte später auf Rauch zurückgeführt werden, der von der Haupteinsatzstelle in die Umgebung gezogen war. Zur Koordinierung der umfangreichen Maßnahmen wurde eine Führungsunterstützung eingerichtet. Insgesamt waren am Brandereignis in Pettstadt über Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei hinweg 132 Einsatzkräfte beteiligt. Im Einsatz waren die Feuerwehren Pettstadt, Röbersdorf, Frensdorf, Reundorf, Hirschaid, Sassanfahrt, Buttenheim, Erlach, Höfen/Waizendorf und Köttmannsdorf.  

Parallel zur Lage in Pettstadt mussten im Landkreis weitere wetterbedingte Einsatzstellen abgearbeitet werden. Insgesamt wurden 17 weitere Einsätze infolge der Gewitterfront bearbeitet. Die Abschnittsführungsstellen Walsdorf und Frensdorf wurden hierfür jeweils kurzzeitig besetzt und koordinierten jeweils sechs Einsatzstellen. Weitere fünf wetterbedingte Einsatzstellen wurden regulär außerhalb einer Abschnittsführungsstelle bearbeitet, unter anderem in Bischberg, Priesendorf, Lisberg und im Bereich Scheßlitz. Im Vordergrund standen dabei vor allem vollgelaufene Keller, überflutete Verkehrsflächen und weitere Schäden infolge der Gewitterfront. Eine zunächst als Waldbrand gemeldete Lage im Bereich Tütschengereuth bestätigte sich nicht; dort handelte es sich um aufsteigenden Wasserdampf. Damit waren die Feuerwehren im Landkreis Bamberg an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durch Gewitterlagen besonders gefordert. Während am Sonntag vor allem der Raum Memmelsdorf, Scheßlitz und Litzendorf im Mittelpunkt stand, verlagerte sich der Einsatzschwerpunkt am Montag in den südwestlichen und südöstlichen Landkreisbereich sowie nach Pettstadt. Die Einsatzkräfte arbeiteten die zahlreichen Einsatzstellen über mehrere Stunden hinweg koordiniert ab. Die Kreisbrandinspektion dankt allen beteiligten Feuerwehrkräften, den Führungskräften, der Führungsunterstützung sowie Rettungsdienst und Polizei für die engagierte und strukturierte Zusammenarbeit

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