Die Generalsanierung des historischen Rathauses in Forchheim zählt zu den größten Bauprojekten der Stadtgeschichte. Seit 2020 wird das denkmalgeschützte Gebäude inmitten der Altstadt umfassend erneuert. Die Gesamtkosten liegen bei rund 45 Millionen Euro. Ziel ist es, das Rathaus künftig als „Haus der Begegnung“ für Kultur, Veranstaltungen und Trauungen zu nutzen.
Zum aktuellen Stand sagt Projektleiterin Claudia Greve bei einem Ortstermin im Radio Bamberg Interview:
„Also im Moment sind wir komplett im Zeitplan. Der Zimmerer ist jetzt tätig mit Rückbau des Schutzdaches, beginnt schon mit der Dachentdeckung. Der Turmhelm ist fertig, der Innenausbau geht voran, sodass dann die Schlussinstallationen alle im Frühling nächstes Jahr gemacht werden können. Ungefähr 80 Prozent der Baumaßnahmen sind jetzt schon durchgeführt, sodass wir bis zum Herbst im nächsten Jahr fertig werden.“
Ein Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf der Verbindung von moderner Nutzung und historischer Substanz. Viele originale Strukturen bleiben erhalten oder werden wieder sichtbar gemacht.
„Also die Besonderheit bei dem Gebäude sind natürlich die archäologischen Grabungen, die dann sichtbar sind, zum einen in der Markthalle und zum anderen auch unten im WC-Bereich, im Kellerbereich. Dann eine Besonderheit ist auch die Balkenbohlenstube, die wir gefunden haben im ersten Obergeschoss, die dem Trauungszimmer angeschlossen ist. Die ist im Originalzustand erhalten. Eine weitere Besonderheit, die Fensterformate im Magistratsbau wurden wieder in der ursprünglichen Größe der Erbauungszeit wieder hergestellt und auch der Rathaus-Saal, sowohl der kleine als auch der große, werden im Originalzustand wieder restauriert.“
Neben den baulichen Fortschritten spielt auch die spätere Nutzung eine wichtige Rolle. Das Rathaus soll künftig öffentlich zugänglich sein und unterschiedliche Funktionen vereinen – von Tourismus über Gastronomie bis hin zu Veranstaltungsräumen und Trauungen. Greve erklärt dazu gegenüber Radio Bamberg:
„Also für die Öffentlichkeit haben wir nach wie vor die Touristinfo. Von der Touristinfo aus geht man dann in den Biererlebniskeller im Kellergeschoss, ein Kellergewölbe, was ursprünglich schon da war, was wir nur wieder erschließbar gemacht haben. Also es war verschüttet. Dann haben wir im ersten Stock das Trauungszimmer, das neue, mit der Balken-Bohlen-Stube, also Repräsentationsraum für die Oberbürgermeisterin. Im zweiten Stock haben wir dann zwei große Veranstaltungsräume, die zur Verfügung stehen, mit dem kleinen Rathaussaal, entsprechende Toilettenanlagen im zweiten Obergeschoss und im Kellergeschoss und im ersten Obergeschoss natürlich auch die große Markthalle und in der Registratur im Gewölbe noch mal ein kleiner Raum, der als Ausgang/Endpunkt für Führungen oder für kleine Ausstellungen genutzt werden kann und der auch separat von der Martinsgasse aus zugänglich ist.“
Forchheims neue Oberbürgermeisterin Martina Hebendanz zeigt sich bei der Baustellenbegehung spürbar beeindruckt vom Fortschritt:
„Natürlich liegt einerseits die Enttäuschung an einem, wenn man sieht, wie viel Zeit tatsächlich vergangen ist und wir schon längst hätten fertig sein wollen, aber jetzt es zu sehen in den Endzügen, fertige Räume vor sich zu sehen, es sind Feinarbeiten, die noch stattfinden müssen, das Dach wird gedeckt und auf dieser Zielgeraden sich zu befinden erfüllt einen mit Freude und mit Erwartung, wenn wir dann dieses Haus wieder mit Leben füllen können.“
Der Kostenpunkt: 45 Millionen Euro – eine stattliche, aber auch gerechtfertigte Summe:
„Ja natürlich sind es Vorgaben von der Denkmalschutzbehörde, auf was wir alles achten müssen, um natürlich dieses Alte erhalten und sichtbar zu machen und anhand von der Markthalle, wenn man sieht, wenn hier so diese Glasbögen oder diese Bögen verglast werden, das rahmenfrei zu machen, wie die Restauratoren in kleinster Feinarbeit hier tätig sind, dass das natürlich mit enormen Kosten verbunden ist, ist ganz klar, aber dementsprechend wird auch das Ergebnis sein und so wird auch das Ergebnis natürlich gefordert sein, dass das Haus so dargestellt wird, wie es ursprünglich auch war.“
Die Fertigstellung des historischen Rathauses ist weiterhin für den Spätsommer bis Herbst 2027 vorgesehen. Dann soll das Gebäude nach Jahren der Sanierung wieder vollständig genutzt werden können.