Die Junge Union in Kulmbach wirft Oberbürgermeister Ingo Lehmann im Wahlkampf fehlenden Anstand und Doppelmoral vor. In einem Schreiben heißt es, der OB greife tief in die Trickkiste um politische Mitbewerber auszustechen und gleichzeitig sich und die SPD-Kandidaten hervorzuheben.
So kritisiert JU-Vorsitzender Frederick Barth konkret zwei SPD-Plakate, die bis vor kurzem noch links und rechts des Rathauseingangs aufgestellt waren. In der Vergangenheit hätten sowohl Lehmann als auch die Stadtverwaltung das Anbringen von politischen Plakaten an dieser prominenten Stelle strikt verboten.
Außerdem schaue der OB bei öffentlichen Veranstaltungen mittlerweile sehr genau hin, wen die Stadt einlade und wen nicht. Bei Jubiläumsfeiern seien zuletzt die Ehrenbürger der Stadt Kulmbach nicht eingeladen worden, obwohl dies laut Ehrensatzung vorgeschrieben sei.
Auch ein Video in den sozialen Medien, auf dem Lehmann und SPD-Landratskandidat Peter Wiesenmüller vor dem Rathaus zu sehen sind und mit einem Glas Sekt auf dessen Geburtstag anstoßen, kritisiert die Junge Union. Begründung: der Verzehr von Alkohol sei laut Verordnung in der Innenstadt verboten.
In einer Stellungnahme gegenüber der Bayerischen Rundschau sieht der Oberbürgermeister die Vorwürfe gelassen. Diese seien an Peinlichkeit nicht zu überbieten, so Lehmann.