Wie lässt sich digitale Gewalt verhindern, wie können Betroffene besser geschützt werden und welche Herausforderungen entstehen durch Künstliche Intelligenz? Mit diesen Fragen haben sich rund 150 Teilnehmer bei einem berufsübergreifenden Fachtag in Bamberg beschäftigt. Veranstaltungsort war das Unternehmen Dr. Pfleger.
Fachleute aus Wissenschaft, Psychologie, Psychotherapie, Beratung und Justiz beleuchteten unterschiedliche Formen digitaler und sexualisierter Gewalt – darunter Cybermobbing, Cybergrooming und Sextortion. Ein Schwerpunkt lag auf den Herausforderungen für die Ermittlungsarbeit. Manipulierte Bilder, sogenannte Deepfakes und KI-generierte Inhalte erschweren die Bewertung digitaler Beweismittel und bergen zusätzliche Risiken, insbesondere für Kinder und Jugendliche.
Auch die Prävention spielte eine wichtige Rolle. Vorgestellt wurde unter anderem das Projekt „Kein Täter werden“ der Sozialstiftung Bamberg. Es bietet Menschen mit pädophilen oder hebephilen Neigungen therapeutische Unterstützung, um sexuellen Missbrauch zu verhindern.
Darüber hinaus ging es um die Unterstützung von Betroffenen während eines Strafverfahrens. Die psychosoziale Prozessbegleitung soll ihnen Orientierung geben und zusätzliche Belastungen reduzieren.
Organisiert wurde der Fachtag vom gemeinnützigen, spendenfinanzierten Justiz-Projekt „Ja zum Nein“. Die zentrale Botschaft: Digitale Gewalt lässt sich nur wirksam bekämpfen, wenn Fachleute unterschiedlicher Bereiche zusammenarbeiten, Risiken frühzeitig erkennen und Betroffene gezielt unterstützen.