Erst Durchsuchung, dann Festnahme: Polizei nimmt Autohäuser hoch wegen Betrugs

21. April 2026 , 15:35 Uhr

Sie sollen Banken und Autokäufer wissentlich abgezockt haben! In Bayreuth, Nürnberg und Fürth hat es heute (21.04.) eine Großrazzia in Autohäusern gegeben. Die Polizei hat vier Männer festgenommen. Drei Männer sitzen jetzt in Untersuchungshaft. Ein vierter Mann ist wieder frei, muss sich aber an Auflagen halten. Einer der Männer, die in U-Haft sitzen, ist ein 62-jähriger Bayreuther, das hat uns die Polizei auf Anfrage bestätigt.

Was ist passiert? Die Beschuldigten sollen gemeinsam ein Betrugssystem aufgebaut haben. Dabei es vor allem um Autokäufe auf Kredit gegangen. Sie sollen Autos teurer angegeben haben, als sie wirklich waren. So konnten sie höhere Kredite von Banken bekommen und daran auch selbst Geld verdienen. Durch den Betrug sollen Kredite in Millionenhöhe entstanden sein. Die Polizei hat Geld und Vermögenswerte beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt weiter.

Am Vormittag hat die Polizei ein Autohaus am Rand der Innenstadt in Bayreuth hochgenommen. Zeugen haben beobachtet wie Mitarbeiter erst gar nicht ins Gebäude gelassen wurden, sondern gleich wieder nach Hause geschickt wurden. Zeitgleich soll die Polizei nach Mainwelle-Informationen Hausdurchsuchungen bei den betroffenen Personen durchgeführt haben. Sie sollen digitale Geräte und Unterlagen beschlagnahmt haben.

 

Hier die ganze Pressemitteilung der Polizei und Staatsanwaltschaft:

BAYREUTH / NÜRNBERG / FÜRTH. Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug haben Beamte der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben Oberfranken KPI(Z) sowie Unterstützungskräfte unter Leitung der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Dienstag mehrere Gebäude in Bayreuth, im Landkreis Bayreuth sowie in Fürth und Nürnberg durchsucht.

Provisionsgetriebenes Betrugssystem

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, über einen längeren Zeitraum gemeinsam ein Betrugssystem aufgebaut und betrieben zu haben. Dabei sollen sie vor allem bei der Finanzierung von Fahrzeugen falsche Angaben gemacht haben. Konkret besteht der Verdacht, dass Fahrzeuge gegenüber den finanzierenden Banken absichtlich teurer dargestellt wurden, als sie tatsächlich waren. So konnten höhere Kredite ausgezahlt werden, wovon die Beteiligten durch Provisionen profitiert haben sollen.

Untersuchungshaft und umfangreiche Beweismittel

Im Rahmen des Einsatzes wurden vier Tatverdächtige festgenommen. Ein Ermittlungsrichter am zuständigen Amtsgericht in Bayreuth hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth Untersuchungshaft gegen drei der Männer angeordnet.

Bei den Durchsuchungen stellte die Polizei zahlreiche Beweismittel sicher. Dazu gehören unter anderem Geschäftsunterlagen, Datenträger und Mobiltelefone. Diese werden nun ausgewertet. Außerdem wurden Vermögenswerte gefunden und beschlagnahmt, um diese im weiteren Verfahren gegebenenfalls einzuziehen. Die genaue Höhe eines möglichen Vermögensarrests wird im Laufe der weiteren Ermittlungen geprüft.

Gefährdungsschaden in Millionenhöhe

Nach aktuellem Stand der Ermittlungen wurden durch die mutmaßlichen Täuschungen Kredite in Höhe von mehreren Millionen Euro vergeben. Den Darlehen standen jedoch oft keine ausreichenden Sicherheiten gegenüber. Geschädigt sind sowohl Banken als auch Käufer von Fahrzeugen.

Drei Männer in Untersuchungshaft

In Untersuchungshaft befinden sich nun drei Männer im Alter zwischen 19 und 62 Jahren. Einer von ihnen hat die deutsche Staatsangehörigkeit, einer ist kroatischer Staatsbürger und ein weiterer türkischer Staatsangehöriger. Ein Haftbefehl gegen den vierten Mann, ebenfalls ein Deutscher, wurde außer Vollzug gesetzt. Er befindet sich unter Auflagen auf freiem Fuß.

Umfangreiche Ermittlungen und Auswertungen

Die heutigen Maßnahmen dienen der weiteren Aufklärung der umfangreichen und komplexen Vorwürfe. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bayreuth und der KPI(Z) Oberfranken dauern an.

red

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