Mit dem Aus der Kulmbacher Tangente sind die Diskussionen um den Abriss des Güterbahnhofsgebäudes wieder hochgekocht. Die Stadt Kulmbach nimmt Stellung zu den Aussagen des Landesvereins für Heimatpflege und stellt klar: der Rückbau des Gebäudes sei weder voreilig noch unnötig, sondern aus mehreren sachlichen Gründen dringend erforderlich gewesen.
Demnach sei der Güterbahnhof stark geschädigt und schadstoffbelastet gewesen und für die Entwicklung des Campus-Areals unabhängig von Straßenbaufragen nicht integrierbar gewesen, heißt es. Diese Bewertung sei in enger Abstimmung mit Fachplanern und Gutachtern getroffen worden. Hinzu kommt: die Universität Bayreuth brauche zusammenhängende Flächen zur Planung des Campus. Und gemeinsamer Wunsch von Stadt und Uni sei es, einen durchgängigen Fuß- und Radweg als Verbindung zur Innenstadt und weiter ins Industriegebiet über das Gelände zu führen. Und der Campus soll langfristig wachsen. Das massive Güterbahnhofsgebäude hätte diese Planungen erschwert. Zudem sei für das Campus-Gelände eine Stichstraße vorgesehen, die dem ersten Abschnitt der geplanten Tangente entspricht. Diese Erschließungsstraße verläuft genau über das frühere Areal des Güterbahnhofs.
Der Bayerische Landesverein für Heimatpflege hatte die Stadt zuletzt wegen des Abrisses des Güterbahnhofsgebäudes stark kritisiert und es als „Kulmbacher Denkmal-Debakel“ bezeichnet.