Die Arbeiten an der Energiezentrale des städtischen Klärwerks befinden sich kurz vor der Fertigstellung. Auch im Sozialgebäude liegen die Arbeiten im Zeit- und Kostenrahmen
Die Sanierung des Klärwerks ist eines der größten und bedeutendsten Bauvorhaben der Stadt Bayreuth, und der erste Bauabschnitt (A) befindet sich auf der Zielgeraden. Seit Februar arbeitet die neue Energiezentrale im Probebetrieb, und alle drei Blockheizkraftwerke liefern zuverlässig Strom. Bis zum Ende des Jahres soll die Energiezentrale, die mit dem Sozialgebäude, zwei Niederdruckgasbehältern sowie einem Gebäude für die Faulgasreinigung zum Ausbaupaket A der Modernisierung der Kläranlage gehört, fertiggestellt sein. Die Kosten für den Bauabschnitt liegen bei gut 38 Millionen Euro.
Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel zeigt sich von der Technik der Energiezentrale beeindruckt. Ihn freut besonders, dass diese die autarke Energieversorgung des Klärwerks gewährleistet. Zusätzlich liefert sie „Ökostrom“ in das öffentliche Stromnetz. Insgesamt werden jährlich fünf Millionen kWh Strom erzeugt, was einem jährlichen Stromverbrauch von 1.110 Einfamilienhäusern mit vier Personen im Haushalt entspricht. Vier Millionen kWh pro Jahr werden für den Betrieb des Klärwerks benötigt, eine Million kWh pro Jahr wird ins Stromnetz eingespeist. „Das Geld für die Sanierung ist sehr gut investiertes Geld, denn wir bauen ein Klärwerk, das in den kommenden Jahrzehnten auf dem Stand der Technik der Gewässerreinigung sein soll“, sagt der Oberbürgermeister.
Im Erdgeschoss der Energiezentrale befinden sich die Werkstätten für das Klärwerk und der Kanalunterhalt. Hier arbeiten die drei Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von jeweils 930 kWh, zwei Überschuss-Schlamm-Zentrifugen, eine Hydrolyse und zwei Trafos. Im ersten Obergeschoss findet die Elektrowerkstatt mit E-Raum ihren Platz. Im Kellergeschoss sind Lagerräume, Pumpen, Wärmetauscher und die Erdgas-Übergabestation untergebracht.
Auch im neuen Sozialgebäude liegen die Arbeiten im Zeit- und Kostenplan. Im Erdgeschoss entstehen die Büros der Mitarbeiter sowie das Labor. Ins erste Obergeschoss kommen die Umkleiden und Sozialräume.
Durch den Umzug der Abteilung Kanalunterhalt vom Stadtbauhof ins Klärwerk ist eine Verdoppelung der Umkleide- und Duschmöglichkeiten von 30 auf 60 Mitarbeitende notwendig. Da die Arbeitsstättenverordnung eine strikte Trennung von „Schwarz- und Weißbereichen“ vorschreibt, wurden auch zwei getrennte Treppenhäuser gebaut. Im zweiten Obergeschoss finden die Leitwarte, ein Besprechungs- und Sozialraum für alle Mitarbeitende, das Büro des Betriebsleiters sowie das Sekretariat ihren Platz. Außerdem wird die Hälfte des Kellergeschosses als Parkebene ausgeführt, um hier die städtischen Fahrzeuge des Klärwerks und des Kanalunterhalts witterungsgeschützt unterstellen zu können. Die Arbeiten im Sozialgebäude sollen im ersten Quartal 2027 abgeschlossen werden.
Südlich von Sozialgebäude und Energiezentrale entstehen zwei neue Niederdruckgasbehälter mit jeweils 4.000 Kubikmetern Speichervolumen. Zwischen den Behältern wird ein Gebäude mit Gasreinigung, Gasentschwefelung und Vakuumentgasung angelagert.
Die Kläranlage Bayreuth reinigt das Abwasser von über 100.000 Personen der Städte Bayreuth und Creußen, der Gemeinden Eckersdorf, Haag und Seybothenreuth, der Verwaltungsgemeinschaft Mistelbach und des Entsorgungsbereichs Neunkirchen am Main.