Mitten in der Fränkischen Schweiz entsteht ein Zukunfts-Projekt, das weit über die Region hinausstrahlen soll: Neun Tonnen schwer, vier Meter hoch und voller technischer und wissenschaftlicher Möglichkeiten. Seit Jahren besitzt die Sternwarte Feuerstein einen außergewöhnlichen Forschungsastrographen. Was bislang fehlte, war das passende Zuhause. Das soll sich jetzt ändern. Mit Unterstützung der VR Bank Stiftung Bamberg-Forchheim entsteht ein Kuppelgebäude, das den Blick ins Universum künftig für Forscher, Schulklassen und Hobby-Astronomen gleichermaßen öffnet.
Herzstück des Vorhabens ist ein Forschungsastrograph aus der traditionsreichen Optikschmiede Carl Zeiss Oberkochen, den die Sternwarte Feuerstein e.V. vor rund zehn Jahren als Dauerleihgabe geschenkt bekam. Nach seiner aufwendigen Restaurierung wartet das Instrument jetzt darauf, wieder regelmäßig eingesetzt zu werden. Erst mit dem Neubau des Kuppelgebäudes kann das Instrument künftig für Forschung und Bildungsarbeit vollständig genutzt werden. Das von der VR Bank Stiftung Bamberg-Forchheim mit 5.000 Euro geförderte Gebäude-Projekt wird dabei mehr als nur ein Schutzbau sein. Es schafft die technischen Voraussetzungen für den Betrieb des Großteleskops und macht gleichzeitig einen barrierefreien Zugang für Besuchergruppen möglich.
„Mit dem Astrographengebäude schaffen wir einen Ort, an dem Forschung, Bildung und Begeisterung für Naturwissenschaften auf einzigartige Weise zusammenfinden,“ so Sternwartenleiter Dr. Frank Fleischmann. „Kinder, Jugendliche und Erwachsene können Astronomie unmittelbar erleben, den Himmel selbst erforschen und verstehen, wie Astronomie seit Jahrhunderten unser Weltbild prägt.“
Künftig sollen mit dem Astrographen, der sich unter der Kuppel befinden wird, unter anderem Asteroiden und Kometen beobachtet werden, Sternebewegungen vermessen und hochauflösende Himmelsaufnahmen erstellt werden. Ergänzt wird die Anwendung durch ein Sonnenteleskop. Hier wird über ein Spiegelsystem das Sonnenlicht eingeleitet und als Bild oder Spektrum dargestellt, um die aktuelle Aktivität der Sonne zu studieren und die Oberflächeneigenschaften unseres Heimatsterns zu analysieren. Dank moderner Technik sind nahezu alle Instrumente per Netzwerk fernsteuerbar. So können Beobachtungen künftig sogar live und online in Schulen oder Bildungseinrichtungen übertragen werden.
„Die Sternwarte Feuerstein verbindet ehrenamtliches Engagement mit moderner MINT-Bildung und weckt Begeisterung für Naturwissenschaften. Solche Projekte stärken unsere Region nachhaltig und genau deshalb fördern wir dies als Stiftung,“ so Joachim Hausner, Stiftungsrat der VR Bank Stiftung. Für die Verantwortlichen ist die erstmalige Förderung durch die neugegründete Stiftung Bamberg-Forchheim ein Signal, das regionale Bildungs- und Wissenschaftsprojekte langfristig gestärkt und sichtbar gemacht werden sollen.