Die Bayreuther Festspiele öffnen sich für eine Begegnung der ungewöhnlicheren Art: Am 27. und 29. Juli 2026 gastiert erstmals das Berliner Musiktheaterkollektiv „Hauen und Stechen“ auf der Probebühne 4. Die Veranstaltungen finden im Rahmen von „Diskurs Bayreuth 2026“ statt und tragen den Titel „Realitot oder Wagner in Endzeit-Stimmung“. Angekündigt ist ein performativ-wissenschaftlicher Exkurs in die Untiefen Wagners. Das seit 2012 bestehende Kollektiv „Hauen und Stechen“ ist für ein radikal zugängliches Musiktheater bekannt, das Oper, Schauspiel, Film, Philosophie, bildende Kunst und Performance ohne Scheu vor Genregrenzen miteinander verschränkt. Seine Arbeiten wollen klassische Stoffe nicht bloß neu bebildern, sondern sie sinnlich erfahrbar machen, politisch befragen und das Publikum unmittelbar in das Geschehen hineinziehen. Auch in Bayreuth soll der Wagner-Kosmos deshalb nicht ehrfürchtig verwaltet, sondern gründlich zerlegt und neu zusammengesetzt werden. Performance, Musik, Gespräch, Workshops und wissenschaftliche Reflexion treffen dabei auf Mythos, Ideologie und Gegenwartskrise. Die Probebühne wird so für zwei Abende vom Arbeitsraum zum Experimentierfeld, in dem Wagners Wirkung bis in die Gegenwart untersucht wird. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen auf der Probebühne 4 ist frei.
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