In Bamberg finden am kommenden Samstag verschiedene Demonstrationen statt, die den Verkehr in der Innenstadt stark beeinträchtigen werden. Die erste Demo hat die Initiative „Einigkeit für Deutschland/ Projekt M1llion“ angemeldet. Die Initiative ist nach eigenen Angaben überparteilich und versteht sich als Bürgerbewegung. In einem 11-Punkte-Plan nennt die Bewegung als erstes Ziel den sofortigen Rücktritt der Bundesregierung und Neuwahlen. Für die Demo am Samstag haben die Veranstalter bis zu 10.000 Teilnehmer gemeldet. Der Demozug soll gegen 14 Uhr am Volkspark starten und durch die Innenstadt zurück zum Volkspark verlaufen. Gegen diese Veranstaltung hat sich in Bamberg Protest formiert.
Zu einer Gegendemo vom Marienplatz aus rufen unter anderem „Omas gegen Rechts“ „Fridays for Future“ und „Buntes Bamberg“ auf. Die Veranstalter berufen sich dabei unter anderem auf einen Artikel der ZEIT: Bei einer Demonstration Anfang August in Plauen trat laut der Zeitung auch ein AfD-naher Redner auf, zudem war die rechtsextreme Partei „Freie Sachsen“ mit einem eigenen Stand vor Ort. Die Gegendemo soll ebenfalls durch die Innenstadt führen.
In einem persönlichen Statement des Bamberger Oberbürgermeisters Sebastian Niedermaier heißt es:
„Demonstrieren ist ein Grundrecht. Das gilt auch dann, wenn ich die Positionen einer Kundgebung nicht teile. Wir müssen als Stadt Bamberg auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben handeln. Am 12. September wird in Bamberg unter anderem dazu aufgerufen, dass die Bundesregierung zurücktritt und es sofortige Neuwahlen gibt. Diese Forderung teile ich ausdrücklich nicht. Ich bin Sozialdemokrat und stehe zu meiner Partei, auch wenn sich auch eine Bundesregierung kritische Fragen gefallen lassen muss. Was mir Sorgen macht, sind einfache Antworten auf schwierige Fragen und die zunehmende Spaltung unserer Gesellschaft. Wir dürfen uns nicht einreden lassen, dass es nur noch „die da oben“ und „wir hier unten“ gibt. Das ist nicht mein Verständnis von Demokratie. Deshalb werde ich mich der Gegenkundgebung der „Omas gegen Rechts“ anschließen. Nicht, um Menschen gegeneinander aufzubringen. Sondern um für das einzustehen, was mir wichtig ist: für Demokratie, für Vielfalt, für Respekt und für ein friedliches Miteinander. Bamberg ist eine Stadt der Vielfalt. Das soll so bleiben.“
Die Stadt Bamberg weist in diesem Zusammenhang auf erhebliche Behinderungen und Beeinträchtigungen in weiten Teilen des Bamberger Stadtgebietes hin. Betroffen seien vor allem der Bereich um den Volkspark, die Pödeldorfer Straße in Richtung Innenstadt und dort die Verkehrsflächen vor dem Bahnhof, die Ludwig- und die Luitpoldstraße, der Markusplatz, die Obere Königsstraße, der Schönleins- und der Wilhelmsplatz. Nach Angaben der Stadt ist der Bahnhof am Samstag weiterhin fußläufig erreichbar. Autos können über die Brennerstraße zufahren. Wegen der Versammlungen müssen laut Stadt in einigen Straßenzügen in der Innenstadt die Parkflächen kurzzeitig entfallen, die Stadt stellt für die Zeit zwischen 8 Uhr und 20 Uhr entsprechende Schilder auf.
Wegen der Demozüge könne der Verkehr in der Innenstadt zumindest zeitweise zum Erliegen kommen, weite Teile der Innenstadt werden nur für Anlieger erreichbar sein, heißt es. Die Stadt empfiehlt daher das Gebiet weiträumig zu umfahren und planbare Termine in diesen Bereichen zu verschieben.
Auch die Erreichbarkeit des Stadionbads kann durch das Versammlungsgeschehen eingeschränkt sein. Badegäste müssen insbesondere vor und während der Kundgebung sowie bei der Rückkehr der Demonstranten mit Behinderungen rechnen. Auch die Zufahrt zum Parkplatz kann betroffen sein. Besucher sollten sich daher auf längere Wartezeiten bei der Ein- und Ausfahrt einstellen. Das gilt ebenso für den Wohnmobilstellplatz am Bambados. Auch dort kann es zeitweise zu Einschränkungen bei der Erreichbarkeit kommen.
Die angekündigten Demos haben auch Auswirkungen auf den Busverkehr am Samstag. Die Stadtwerke rechnen zwischen 12 Uhr und 18 Uhr mit massiven Einschränkungen. Laut Stadt müssen sich Fahrgäste darauf einstellen, dass die Busse den Fahrplan nicht einhalten können, Fahrten frühzeitig enden und Haltestellen nicht bedient werden können.