CSU-Schiedsgericht kassiert Suspendierung – Politischer Streit bleibt bestehen

21. Juni 2026 , 12:58 Uhr

Im Streit zwischen der Bamberger CSU und der abgespaltenen Gruppierung CSB hat das CSU-Bezirksschiedsgericht die Suspendierung von Stadtrat Stefan Kuhn für ungültig erklärt. Kuhn sieht sich damit wieder als Vorsitzender des Ortsverbands Innenstadt und spricht von einer Niederlage für Beschlüsse „nach Gutsherrenart“. CSU-Kreisvorsitzender Gerhard Seitz betont dagegen, das Gericht habe lediglich eine formale Frage entschieden. An den politischen Vorwürfen gegen Kuhn halte die CSU fest und wolle diese rechtlich korrekt weiterverfolgen.

Hier der aktuelle Sachstand zum Thema: 

Das CSU-Bezirksschiedsgericht Oberfranken hat die vom Bamberger CSU-Kreisvorstand beschlossene Suspendierung des Stadtrats Stefan Kuhn für nichtig erklärt. Nach Angaben Kuhns sei die Entscheidung des Schiedsgerichts nicht anfechtbar.

Kuhn erklärte, er sei damit wieder als Vorsitzender des CSU-Ortsverbands Innenstadt sowie als Delegierter für Parteitage im Amt. Beide Funktionen übe er seit mehr als zehn Jahren aus.

Hintergrund des Verfahrens war ein Beschluss des Kreisvorstands, der nach Angaben Kuhns auf Initiative des CSU-Kreisvorsitzenden Prof. Dr. Gerhard Seitz zustande gekommen war. Das Bezirksschiedsgericht habe die Maßnahme aufgehoben. Zur Begründung führte Kuhn an, das Gericht habe deutlich gemacht, dass Kreisvorstandsmitglieder nicht einfach von Sitzungen ausgeschlossen werden könnten.

„Es ist mir eine Genugtuung, dass in meiner Partei Beschlüsse nach Gutsherrenart keinen Bestand haben“, sagte Kuhn nach der Entscheidung. Zugleich kündigte er an, zeitnah zu einer Sitzung des Ortsvorstands einzuladen. „Es gibt viel zu tun“, so der Stadtrat.

Gerhard Seitz konterte währenddessen auf seiner Facebook Seite:

„Lieber Stefan, liebe CSB,

das Bezirksschiedsgericht hat eine formale Frage entschieden. Diese Entscheidung respektieren wir selbstverständlich. Formfehler dürfen nicht passieren, und wenn sie passieren, werden sie korrigiert.

Am eigentlichen politischen Kern ändert das aber nichts.

Wer sich über die Liste der CSU in den Stadtrat wählen lässt, trägt Verantwortung gegenüber den Wählerinnen und Wählern, gegenüber der Partei und gegenüber dem gemeinsamen politischen Auftrag. Ein Mandat ist kein persönliches Eigentum und kein Sprungbrett für ein eigenes politisches Geschäftsmodell.

Die CSU Bamberg wird deshalb weiterhin sehr klar die Frage stellen, ob dieses Verhalten mit den Grundsätzen unserer Partei vereinbar ist. Dazu gehören auch die offenen politischen Fragen rund um die Distanzierung von der eigenen CSU-Spitzenkandidatin, mögliche Absprachen im Umfeld der Stadtratswahl mit der AfD, die Weitergabe interner Informationen und der Umgang mit Fraktionsmitteln im Wahlkampf.

Wir werden das sauber, rechtlich korrekt und mit der nötigen Ernsthaftigkeit weiterverfolgen.

Formfehler kann man beheben. Einen politischen und moralischen Vertrauensbruch kann man nicht einfach durch einen Beschluss des Schiedsgerichts aus der Welt schaffen.

Die vielen Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zeigen uns: Die Menschen erwarten von der CSU Haltung, Klarheit und Anstand. Genau daran werden wir festhalten.“

Das könnte Dich auch interessieren

21.06.2026 Überschlag auf der A9: Fahrer kommt mit leichten Verletzungen davon Glück im Unglück hat ein 48 Jahre alter Autofahrer am Wochenende (20. / 21.06.) auf der A9 bei Helmbrechts gehabt. Wie die Polizei meldet, war am Transporter des Mannes ein Hinterreifen geplatzt. Daraufhin ist der Wagen ins Schlingern geraten und gegen die rechte Leitplanke geprallt. Beim Aufprall hat sich der Transporter überschlagen und ist auf 21.06.2026 Mann aus Münchberg vermisst Seit Samstag (20.06.) Abend 20:30 Uhr wird der 61jährige Herr Peter Tröger aus Münchberg vermisst. Dieser wurde letztmalig Zuhause gesehen und verließ zu einem nicht gesicherten Zeitpunkt das Wohnanwesen im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße in Münchberg in unbekannte Richtung. Etwaige Anlaufstellen sind nicht bekannt. Letzter Kontakt mit dem Vermissten erfolgte am Tag des Verschwindens um 12:30 21.06.2026 Sexuelle Belästigung am Rande des Public Viewings Am Coburger Theaterplatz hat ist es am Samstagabend zu Übergriffen gekommen. Wie die Polizei mitteilte, fotografierte ein 72-jähriger Deutscher mit seinem Handy den Gesäßbereich von zwei jungen Frauen. Ein Zeuge stellte den 72-Jährigen zur Rede, woraufhin dieser dem Helfer in den Genitalbereich fasste. Die hinzugerufene Polizei kontrollierte die beiden Mobiltelefone des Beschuldigten. Die Ermittlungen dauern 21.06.2026 Kurzer Ausflug: Flamingo auf Stadtbummel in Bayreuth Ein Flamingo aus dem Tierpark am Bayreuther Röhrensee hat am Sonntag (21.06.) Vormittag kurzfristig für Verkehrsbehinderungen in der Bayreuther Innenstadt gesorgt. Der Vogel war gegen 9.30 Uhr im Bereich des Wittelsbacherrings und der Universitätsstraße unterwegs. Nach wenigen Minuten ist es gelungen, das Tier einzufangen. Der Flamingo ist wieder zurück am Röhrensee und hat seinen Ausflug