Im Prozess um den mutmaßlichen Mordversuch während der Kulmbacher Bierwoche 2025 haben sich die beiden Angeklagten heute vor dem Landgericht Bayreuth doch noch zur Sache geäußert. Den jungen Männern wird vorgeworfen, im Juli 2025 am Kulmbacher Holzmarkt einen damals 27-jährigen Passanten so brutal zusammengeschlagen und getreten zu haben, dass dieser mehrfach in akuter Lebensgefahr schwebte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen gemeinschaftlichen versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor.
Während Staatsanwalt Jan Köhler zum Auftakt die grausamen Einzelheiten der Anklage schilderte, zeigten die beiden Angeklagten keinerlei erkennbare Reaktion. Regungslos und mit gesenktem Blick hörten sie zu. Nach einer Beratungspause entschieden sie sich dann aber, entgegen ihrer ursprünglichen Ankündigung, selbst Angaben zu machen.
Einer der Angeklagten blieb dabei äußerst wortkarg. Die Vorsitzende Richterin Andrea Deyerling musste ihm die Antworten förmlich entlocken. Er schilderte mehrere gewalttätige Auseinandersetzungen im Verlauf des Abends, wollte sich zum eigentlichen Tatgeschehen aber nicht äußern. Sein Mitangeklagter S. erklärte dagegen, er könne sich an die entscheidenden Momente des Angriffs nicht erinnern. Er habe einen Tunnelblick gehabt und nicht gewusst, was mit ihm los gewesen sei. Über seine Verteidigerin ließ er erklären: „Es tut mir unendlich leid.“ Eine ausländerfeindliche Motivation wies er ausdrücklich zurück.