BHS Tabletop: Die Stimmen zur Standortschließung in Schönwald

20. November 2025 , 05:00 Uhr

Nach der Verkleinerung der Firma Rosenthal geht jetzt ein weiterer Porzellanhersteller aus der Region diesen Weg: Die Firma BHS Tabletop will ihren Standort in Schönwald bis Ende 2027 schließen und die Produktion nach Weiden verlagern. Zusätzlich sollen auch das Dekorations- und Logistikzentrum in Selb und sein Ableger in Asch zu machen. Ein schwerer Schlag für den gesamten Landkreis, so Landrat Peter Berek:

Auch für unseren Porzellan-Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge ist das einfach ein weiterer Tiefschlag, weil wir nicht nur die Produktion in Schönwald verlieren, sondern auch wieder Arbeitsplätze im Bereich unserer ehemaligen Leitindustrie Porzellan verloren gehen – und damit natürlich auch Wirtschaftskraft, Wertschöpfung und all das, was damit verbunden ist.

Wie es in Zukunft mit den Beschäftigten und dem Standort in Schönwald weitergehen soll, bleibt ungewiss. Bürgermeister Klaus Jaschke:

Diesbezüglich weiß ich tatsächlich noch nichts Genaues. Nur so viel, aber das weiß ich auch aus der Vergangenheit: Es ist nicht einfach, dass man in der Porzellanindustrie beispielsweise Hochdruckgussanlagen in ein anderes Werk versetzt. Dort sind auch technische, handwerkliche Vorbereitungen zu treffen, die auch wieder Geld kosten. Also vieles ist nur mit einem gewissen Aufwand umzusetzen.

Die Stadt Schönwald und der Landkreis Wunsiedel suchen jetzt gemeinsam nach Lösungsansätzen, um entstehende Vakanzen zu schließen. Die Verwaltung und der Outlet-Verkauf von BHS Tabletop sollen in Schönwald bleiben.

Auch aus der Landes- und Bundespolitik gibt es Reaktionen.

Jetzt meldet sich zum Beispiel der Wunsiedler Freie-Wähler-Landtagsabgeordnete Rainer Ludwig zu Wort: Es sei ein schwerer Schlag für die gesamte Region. Ludwig sieht das Unternehmen in der Verantwortung, für die Beschäftigten schnell verträgliche Perspektiven und sozial verträgliche Lösungen zu finden, zum Beispiel durch Vermittlung oder Unterstützung bei der Neuorientierung. Gleichzeitig kritisiert er die Wirtschafts- und Energiepolitik der früheren Ampel-Regierung. Gerade energieintensive Unternehmen wie die Porzellanindustrie hätten explodierende Strompreise massiv geschwächt. Ludwig fordert einen Industriestrompreis und wirft der SPD vor, diese Chance verstrichen lassen zu haben. Er reagiert damit auf Kritik des Wunsiedler SPD-Landtagsabgeordneten Holger Grießhammer. Er forderte mehr Unterstützung von der Bayerischen Staatsregierung für Unternehmen.

Auch der hochfränkische CSU-Bundestagsabgeordnete Heiko Hain reagiert betroffen auf die Pläne von BHS Tabletop. Laut Heiko Hain haben viele Jahre verfehlter Wirtschafts- und Energiepolitik Standortnachteile geschaffen. Diese ließen sich nicht innerhalb eines halben Jahres korrigieren. Die Bundesregierung müsse sich fragen, ob das, was im Koalitionsvertrag vereinbart ist, tatsächlich ausreicht, um Industriearbeitsplätze im ländlichen Raum zu sichern und zu stärken, so Hain. Das Wichtigste sei jetzt, schnell tragfähige vertragliche Lösungen für die Beschäftigten zu finden.

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