Bezirkstag will über Ehrung für AfD-Mann sprechen

17. Juni 2026 , 05:32 Uhr

Die umstrittene Ehrung für einen AfD-Politiker beschäftigt weiterhin den Bezirk Oberfranken. Bezirkstagspräsident Henry Schramm erklärte: «Grundsätzlich eröffnet die Ehrungssatzung des Bezirks Oberfranken dem Bezirkstag die Möglichkeit, eine bereits verliehen Ehrung auch wieder abzuerkennen.» Zuvor hatte die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg gefordert, die Auszeichnung wieder zurückzunehmen.

Schramm sagte, er bedauere es außerordentlich, «dass dieser Vorgang eine so intensive öffentliche Debatte ausgelöst hat und Kritik hervorruft. Dies nehme ich sehr ernst und es beschäftigt mich auch persönlich sehr.» Schramm hatte im Mai die silberne Ehrenmedaille des Bezirks an den AfD-Politiker Michael Genniges überreicht. Zuvor hatte sich eine Mehrheit im Bezirkstag dafür ausgesprochen. Im Juli will nun der Bezirkstag über das Thema sprechen, wie Schramm weiter sagte.

Bei der Abstimmung hatte auch Schramm die Ehrung befürwortet. Nun sagte er, er hinterfrage sein Abstimmungsverhalten selbstkritisch. «Meine Verantwortung sehe ich nun vor allem darin, die aktuelle Situation sorgfältig aufzuarbeiten und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Bezirkstag die richtigen Schlussfolgerungen daraus abzuleiten.» Dies betreffe vor allem «die grundsätzliche Frage, nach welchen Maßstäben künftige Ehrungen und Auszeichnungen vergeben werden sollen».

Der Bezirk Oberfranken ehrt jedes Jahr verdiente Persönlichkeiten für ihre Leistungen zum Wohle der Allgemeinheit: Politiker, Kulturschaffende, Ehrenamtler erhalten die Ehrenmedaillen. Im Mai war unter den Geehrten Michael Genniges, ehemaliger Buchhändler aus Scheßlitz bei Bamberg. Eine Mehrheit im von der CSU dominierten Bezirkstag hatte sich im November 2025 ausdrücklich hinter den entsprechenden Antrag der AfD-Fraktion gestellt.

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