Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) will in Zukunft nur noch verpflichtende Integrationskurse bezahlen. Das wurde vergangene Woche den Trägern mitgeteilt. Grund für die Kürzungen sind überplanmäßige Ausgaben für die Kurse in den vergangenen Jahren, teilt das BAMF mit. Damit sollen rund 350 Millionen Euro eingespart werden. Bisher wurden auch Menschen mit Duldungsstatus zu den Kursen zugelassen. Mit der neuen Regelung müssten sie die Integrationskurse selbst bezahlen. Und das könnte Folgen haben, sagt die Hauptamtliche Integrationslotsin am Landratsamt Kulmbach, Souzan Nicholson:
Werden freiwillige Kurse reduziert oder gestrichen, kann es dazu führen, dass sich Spracherwerb und Arbeitsmarktintegration verzögern mit entsprechenden Folgen für die betroffenen Personen. Und perspektivisch auch für den regionalen Arbeitsmarkt – insbesondere im ländlichen Raum.
Kritik an dem Vorhaben des BAMF, das dem Innenministerium unterstellt ist, kommt unter anderem vom Städte- und Gemeindebund. Hauptgeschäftsführer André Berghegger sagte der „Ausgburger Allgemeinen“, dass Integrationsperspektiven bei Spracherwerb und Arbeitsaufnahme nicht für kurzfristige Haushaltseinsparungen geopfert werden sollten.