Immer wieder berichten wir von Callcentern, die mit verschiedenen Betrugsmaschen versuchen, vor allem älteren Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Seit dem Nachmittag häufen sich solche betrügerischen Anrufe wieder in der Oberpfalz, auch im Landkreis Tirschenreuth. Die Polizei warnt ausdrücklich davor und rät immer aufzulegen.
Der Enkeltrick hat sich mittlerweile rumgesprochen. Deshalb versuchen es Betrüger seit einigen Jahren mit einer abgewandelten Masche: Neben einem verzweifelten Angehörigen führt auch ein vermeintlicher Polizist oder Staatsanwalt das Gespräch und behauptet, dass ein Sohn oder eine Tochter einen tödlichen Unfall verursacht hat. Nur durch eine Kaution entkomme die Person dem Gefängnis. Diese Masche setzen auch russischsprachige Täter um. Falsche Polizisten behaupten außerdem, dass sie Wertgegenstände vor vermeintlichen Einbrüchen schützen und abholen müssten. Falsche Ärzte oder Klinikmitarbeiter geben vor, dass ein Angehöriger eine teure, lebensrettende Behandlung brauche. Falsche Bankmitarbeiter lassen außerdem die Bankkarten mit PIN ihrer Opfer abholen und heben dann Geld ab.
Tipps der Polizei gegen Callcenter-Betrüger und falsche Polizisten:
• Legt sofort auf, wählt selbstständig die 110 und fragt bei der Polizei nach, ob die angegebenen Informationen des Telefonats richtig sind.
• Die Polizei fordert niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände von euch.
• Übergebt niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde – auch nicht an Personen, die sich als Polizisten ausgeben.
• Bankmitarbeiter werden nie an der Haustür nach Bankkarten und PINs fragen. Gebt eure Bankkarte und insbesondere eure PIN niemals an unbekannte Personen weiter.
• Lasst euch nicht unter Druck setzen, auch nicht durch Polizisten oder andere Amtsträger.
• Ruft niemals über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Die Täter nutzen die sogenannte Call-ID-Spoofing-Technik, um falsche Nummern anzuzeigen. Die 110 erscheint bei echten Polizeianrufen niemals im Display (auch nicht mit Vorwahl).
• Vereinbart mit euren Angehörigen oder engen Kontaktpersonen ein persönliches Codewort, das nur euch bekannt ist. So könnt ihr im Ernstfall echte Notrufe von Betrugsversuchen unterscheiden.
• Lasst euren Telefonbucheintrag löschen oder zumindest den Vornamen und die Adresse entfernen. Wendet euch dafür an euren Telefonanbieter. Ein Formular und Kontaktadressen findet ihr unter: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/