In Kulmbach hat vergangene Woche die traditionsreiche Apotheke am Holzmarkt gezwungenermaßen geschlossen und Insolvenz angemeldet. Inhaberin Victoria Bredemeyer begründete das Aus mit einer zugespitzten wirtschaftlichen Situation und einem massiven Missverhältnis zwischen steigenden Kosten und stagnierenden Einnahmen.
Mitte der 2000er-Jahre gab es in Kulmbach noch 14 Apotheken. Mit dem aktuellen Aus ist die Zahl auf nur noch sieben geschrumpft – die Apothekenlandschaft hat sich in zwei Jahrzehnten halbiert.
Oberfrankenweit sieht es nicht besser aus. Besonders bitter aktuell, in Fichtelberg hat geraden die einzige Apotheke im Ort geschlossen. Nach 40 Jahren ist der Betreiber in den Ruhestand gegangen. Er hat fünf Jahre lang vergebens versucht, einen Nachfolger zu finden. „Zu abgelegen“ oder „nicht vereinbar mit der Work-Life-Balance“, sagt er, waren die Begründungen für die Absagen. Für die Fichtelberger bleibt noch ein Lieferdienst einer Wunsiedler Apotheke zehn Kilometer entfernt oder die Fahrt zu Apotheken in Nachbarorten.